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Spiegel Online - Breaking the ice

Daheim schmälert Skepsis die Begeisterung
Von Ulrike Putz
Weltweit wird über die israelisch-palästinensische "Breaking the Ice"-Expedition berichtet. Im Nahen Osten, der Heimat der Teammitglieder, ist das Medienecho gespalten. Die palästinensische Presse berichtet enthusiastisch und regelmäßig, in den israelischen Zeitungen erscheinen nur wenige Berichte versteckt im Sportteil.


www.breaking-the-ice.de
Segeltörn in die Antarktis: Für die israelische Presse ein sportliches Abenteuer
Berlin - Der Durchbruch kam mit dem BBC. Als der englischsprachige World Service im Dezember mit der "Breaking the Ice"-Crew Kontakt aufnahm, war klar, dass das Team die wichtigste Hürde genommen hatte: Denn es ist eines, zu acht eine Friedensmission ins ewige Eis der Antarktis zu unternehmen, dort einen Berg zu besteigen und zu taufen. Das andere, viel Wichtigere ist, für die hochsymbolische Reise genug Öffentlichkeit zu bekommen.
Nachdem dank des BBC in aller Welt von den Plänen der vier Israelis und vier Palästinensern zu hören war, rissen die Medienanfragen nicht mehr ab. Endlich mal eine gute Nachricht aus dem Nahen Osten, freuten sich die Redaktionen und berichteten über die hoffnungsfrohen Idealisten, die mit ihrer Reise ein Zeichen für die Verständigung und Versöhnung ihrer verfeindeten Völker setzen wollen.
Über 200 Artikel aus Australien, Ungarn, Brasilien, Russland und vielen anderen Ländern hat "Breaking the Ice" inzwischen auf ihrer Homepage gesammelt. Bei SPIEGEL ONLINE verfolgten Tausende von Lesern mittels des Expeditionstagebuchs, wie die Crew auf der "Pelagis Australis" in schwere See gerieten und wie sie "ihren" Berg bezwang.
Wie aber steht es mit den Medien in der Heimat der acht Friedensaktivisten? Schließlich soll die Friedensmission vor allem in Israel und Palästina einen Denkanstoß geben, dass man Hindernisse überwinden kann, wenn man nur an einem Strang zieht - dazu müssen jedoch die Medien mitziehen. In Palästina tun sie es, die großen Tageszeitungen in Ramallah berichteten immer wieder auf Seite eins über die Expedition.
"Die Reise hat eine Menge Aufmerksamkeit bekommen, die Leute wollen auf dem Laufenden gehalten werden", sagt Khalil Assali, der für den amerikanischen Auslandsradiosender "Voice of America" die palästinensische Presselandschaft beobachtet. Eine große Zahl von kleinen Verbänden und Vereinen hätte der Crew mit Zeitungsannoncen viel Glück gewünscht.


www.breaking-the-ice.de
Verdammt zur Zwangspause: Das Expeditionsteam
Dass die Leser in den Städten und Dörfern Palästinas geradezu auf Nachrichten aus der Antarktis warten, wie Assali sagt, mag damit zusammenhängen, dass es eine Seltenheit ist, wenn Palästinenser an einer internationalen Expedition teilnehmen. Assali glaubt jedoch, dass auch ein echtes politisches Interesse geweckt ist. "Die Menschen wollen den Frieden, und dies ist ein Weg, der noch nicht beschritten wurde und deshalb noch nicht fehlgeschlagen ist", sagt Assali. Viele Palästinenser begrüßten es, dass endlich wieder ein Zeichen der Hoffnung gesetzt werde.
Anders in Israel: "Es gibt Interesse an dem Antarktis-Törn, aber es geht dabei eher um die sportliche Komponente", sagt Moshe Gilad, Journalist bei der Tel Aviver Tageszeitung "Haaretz". Die Israelis seien zu pessimistisch und enttäuscht, um von einer symbolischen Aktion für den Frieden noch viel zu erwarten. Berichte in den großen Tageszeitungen würden deshalb eher beim Sport oder unter der Rubrik Abenteuerreise platziert. Die reservierte Haltung der Sharon-Regierung zu dem Unternehmen habe dazu geführt, dass die Tour in den staatlichen Medien als politisch unbedeutend dargestellt worden sei.
Das "Breaking the Ice"-Team ist trotzdem zufrieden. "Wir sind sehr weit gekommen, in mehreren Ländern ist unser Tagebuch zu lesen, CNN hat über uns berichtet, in Europa und Kanada nimmt die Öffentlichkeit großen Anteil an dem Abenteuer", sagt Torsten Sewing, der die Pressearbeit des Unternehmens betreut. Enttäuschend sei nur, dass der Spendenfluss nach wie vor spärlich sei. "Da ist nicht so viel zusammengekommen, wie wir uns erhofft hatten", sagt Sewing. Der Antarktis-Törn soll nur der Auftakt zu einer ganzen Reihe von "Extreme Peace Missions" sein, bei denen in Zukunft vor allem Jugendliche aus verfeindeten Lagern lernen sollen, miteinander schwierige Aufgaben zu meistern.
Noch ist etwas Zeit, um Spenden zu sammeln, noch ist das erste Friedensabenteuer nicht zu Ende. Die Crew ist nach der erfolgreichen Bergbesteigung zwar zurück an ihrem Schiff, doch die vier Israelis und vier Palästinenser sind 13.000 Kilometer von zu Hause zum Nichtstun verdammt: Ein schwerer Sturm verhindert, dass sie der Antarktis den Rücken kehren und Segel Richtung Chile setzen können.


FRIEDENSMISSION ERREICHT IHR ZIEL
"Wie ein Stein, der ins Rollen kommt"
Nach einer langen Reise von ihrer Heimat von Nahost in die Antarktis haben sie ihr gemeinsames Ziel erreicht: Die acht Israelis und Palästinenser der Extremexpedition tauften den Gipfel eines bisher unbestiegenen Berges als Symbol der Hoffnung auf Frieden zwischen ihren Völkern.


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Gipfelsieg und Zeichen an die Welt: "Der Berg der israelisch-palästinensischen Freundschaft"
"Wir haben ihn 'Berg der israelisch-palästinensischen Freundschaft' genannt", meldete Expeditionsleiter Heskel Nathaniel am Donnerstag per Satellitentelefon nach Santiago. "Indem wir den Gipfel erreicht haben, haben wir bewiesen, dass Palästinenser und Israelis in gegenseitigem Respekt und Vertrauen zusammenarbeiten können", las er aus einer von den jeweils vier israelischen und palästinensischen Teilnehmern vereinbarten Erklärung vor.
Der Gipfelsieg auf dem 997 Meter hohen Berges im ewigen Eis der Antarktis ist der Höhepunkt der Reise der acht Männer und Frauen. Vor 16 Tagen, am Neujahrstag, stachen sie mit der "Pelagic Australis" vom chilenischen Hafen Puerto Williams aus in See. Die fast 1000 Kilometer lange Fahrt zur Antarktis ging durch eines der gefährlichsten Gewässer der Welt, in dem das Team einen schweren Sturm überstehen musste. Zu Fuß ging es dann zum "Berg der israelisch-palästinensischen Freundschaft" weiter.
Am Donnerstagmorgen noch war wegen heftiger Winde und Schneefall fraglich, ob Expedition die letzte Etappe zum Berg wagen konnte. Doch am Abend des vierten Tages ihrer Trekkingtour über das Eis erreichte das Team "ihren" Gipfel. Ihren Erfolg feierten die Teilnehmer auf ihre eigene Art: Während die Israelis eine Flasche Champagner köpften, knieten die drei palästinensischen Männer zum Gebet nach Mekka nieder. Der Palästinenser Ziad Darwish war zu Tränen gerührt und erzählt im Tagebuch bei SPIEGEL ONLINE: "Dieser Moment ist so wunderschön: zu sehen, dass Israelis und Palästinenser dieses gemeinsam geschafft haben. Und zu Hause tun wir uns gegenseitig all diese schrecklichen Dinge an."
Der israelische Bergführer Doron Erel ist erleichtert, dass die Mitglieder des Projekts so gut miteinander ausgekommen sind: "Keiner glaubt, dass wir durch Bergsteigen Frieden bringen, doch jeder sollte wissen, was Israelis und Palästinenser schaffen, wenn sie es nur wollen." Und dieses Signal will die Friedensmission ins Eis in die Welt senden: Wie das Bergsteigen benötigt auch Frieden ein großes Engagement.
ZUM THEMA IN SPIEGEL ONLINE
• Breaking the Ice: Eine Botschaft nach Hause (16.01.2004)
• Friedensmission: Die Hoffnung segelt mit (31.12.2003)
• Israelisch- palästinensische Expedition: Frieren für den Frieden [€] (12.11.2003)
Die Mitglieder der Expedition sind keineswegs typische "Friedensengel": Zwei der palästinensischen Teilnehmer waren zuvor in israelischen Gefängnissen inhaftiert - einer wegen Angriffs auf einen Polizisten und einer wegen Terrorismus. Ein anderer Palästinenser ist ein Vetter des größten Dichters der Palästinenser, Mahmud Darwisch, Verfasser der palästinensischen "Unabhängigkeitserklärung". Zwei Israelis gehörten ehemals zu einer Eliteeinheit der Streitkräfte.
"Ihr Leben wird nie wieder so sein wie zuvor", ist sich Organisator Nathaniel über die Teammitglieder im Klaren. "Ich glaube an die Macht der Symbolik", sagte er. Natürlich gebe es kleingläubige Zyniker, die an der Möglichkeit von Veränderungen zweifelten. Nathaniel ist jedoch "sicher, dass unser Beispiel andere Menschen inspirieren wird". Es sei "wie ein Stein, der ins Rollen kommt".
Organisiert wurde die Expedition von der Gruppe Extreme Peace Missions, unterstützt vom israelischen Peres-Zentrum für Frieden und nach Angaben der Veranstalter auch vom palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat, Uno-Generalsekretär Kofi Annan sowie den Friedensnobelpreisträgern Dalai Lama und Michail Gorbatschow.
Deklaration der "Breaking the Ice"- Expedition:

"Wir, die Mitglieder von "Breaking the Ice', der israelisch- palästinensischen Expedition in die Antarktis, haben das Ziel unser langen Reise über Land und See von unser Heimat in Nahost zu der südlichsten Gegend der Welt erreicht und stehen jetzt auf diesem unbenannten Berg.

Indem wir den Gipfel erreicht haben, haben wir bewiesen, dass Palästinenser und Israelis respektvoll und vertrauensvoll zusammenarbeiten können. Trotz der großen Differenzen, die zwischen uns bestehen, haben wir gezeigt, dass wir einen ernsthaften und bedeutsamen Dialog führen können.

Wir sind uns einig in der Ablehnung der Gewalt als Lösung unserer Probleme und erklären hiermit, dass unsere Völker in Frieden und Freundschaft zusammenleben können und es verdienen. Als Ausdruck dieses Glaubens und Wunsches taufen wir diesen Berg auf: 'Berg der israelisch- palästinensischen Freundschaft'."


FRIEDENSMISSION
Die Hoffnung segelt mit
Am 1. Januar sticht eine israelisch-palästinensische Crew von Südchile aus in See. In 35 Tagen werden die sechs Männer und zwei Frauen aus verfeindeten Nationen durchs Eismeer zur Antarktis segeln. Dort wollen sie einen nie bestiegenen Berg bezwingen. Die Botschaft

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Durch Eis und Schnee zum Frieden: Die Crew beim Härtetest am Montblanc
Es ist die ganz harte Tour: zwischen Inseln, Eisbergen und Untiefen hindurch immer Richtung Süden, bei Eiswind und Regen. Zehn Tage lang werden acht Menschen auf 23 Meter Yacht zusammengepfercht sein, mit klammen Händen Segel hissen und Kurs halten, unterbrochen von wenig Schlaf auf engstem Raum unter Deck. Im ewigen Eis der Arktis angekommen werden sie landeinwärts stapfen, Schritt vor mühsamen Schritt durch den Schnee. Am Ende werden sie einen Berg besteigen, um auf dem Gipfel das zu tun, wozu sie fast 15.000 Kilometer weit gereist sind: gemeinsam die palästinensische und israelische Fahne zu hissen und so ein Zeichen für den Frieden zu setzen.
Was sich die acht Teilnehmer der Friedensmission "Breaking the Ice" vorgenommen haben, ist selbst für Extremsportler eine Herausforderung. Für die vier Israelis und vier Palästinenser ist es noch mehr: Sie wollen den Beweis antreten, dass Menschen aus verfeindeten Völkern gemeinsame Ziele erreichen können, wenn sie nur zusammenhalten. Im Fall ihrer Antarktis-Expedition den noch nie bestiegenen Zweitausender, im Fall des Konflikts in ihrer Heimat im Nahen Osten den Frieden.
Neun Monate lang hat sich die Crew um den Initiator Heskel Nathaniel auf ihr 35-tägiges Abenteuer vorbereitet. Sie haben Routen ausgearbeitet, Sponsoren gesucht und haben im November mit Teamgeist und Humor den letzten Härtetest an den verschneiten Hängen des Montblanc bestanden. Vor allem aber haben sie ihr symbolträchtiges Anliegen publik gemacht. Dass der Vatikan genauso wie der Dalai Lama den Abenteurern seinen Segen gab, Kofi Annan das Projekt genauso unterstützt wie Schimon Peres, Jassir Arafat und Wolfgang Thierse, war der erste große Erfolg der acht, bevor sie überhaupt an Bord der "Pelagic Australis" gingen.
Keins der Crewmitglieder glaubt, dem Nahen Osten mit ihrer spektakulären Antarktis-Reise den Frieden bringen zu können. Doch sie alle glauben daran, dass es die einzelnen Menschen sind, die den Unterschied machen. Die vorleben können, dass man mit Courage, gegenseitigem Respekt und gutem Willen etwas erreichen kann, wenn man die eingefahrenen Denkmuster über Bord wirft. Das verbindet die vier Israelis - ein Investmentbanker, ein Rechtsanwalt, eine Linguistin und ein Profi-Bergsteiger - mit den Palästinensern, die durch eine Sportlehrerin, zwei Jugendarbeitern und einen Journalisten vertreten sind. Der amerikanischen Organisation "Search für Common Ground", die schon Jimmy Carter für seine Friedensinitiative auszeichnete, war diese Überzeugung schon vor der Reise eine Auszeichnung wert.
Mit an Bord der gecharterten Hochsee-Yacht ist neben Ausrüstung und Proviant für einen Monat vor allem eines: Hoffnung. Hoffnung darauf, dass das Team erfolgreich und heil wiederkommt, aber auch die Hoffnung darauf, dass die Reise Menschen in aller Welt zum Spenden ermutigt. Denn die "Extreme Peace Mission" in die Antarktis soll nur ein Anfang sein. Wenn alles klappt, soll schon im nächsten Jahr die nächste Mission starten. Dann sollen Jugendliche aus Krisenregionen durch gemeinsame Abenteuer lernen, wie man das Eis bricht.


04. Februar 2004
BREAKING THE ICE
In Santiago beginnt das Eis zu schmelzen
Müde und erschöpft sind die Teilnehmer der Friedensmission in Chile angelangt. Die Expedition ist zu Ende, doch die Begegnung mit der Idee "Breaking the Ice" beginnt erst. Zum ersten Mal begegnen sich die jüdische und die palästinensische Gemeinden Santiagos.
Samstagabend, 31. Januar
Rückflug von Ankunftshafen Puerto Williams über Punta Arenas in die Hauptstadt Santiago. Am Flughafen warten jüdische und palästinensische Bürger Santiagos gemeinsam auf die Expeditionsmitglieder - eine Premiere, da die beiden Gemeinden bislang keinerlei Kontakt miteinander hatten. Rabbi Roberto Feldman freut sich, Mario Nazal, Direktor der PF (Palestinio Fundacion), kennen zu lernen. Die PF vertritt rund 350.000 Palästinenser in Chile.
Da der Empfang am Sabbat stattfand, hatten die Palästinenser den Großteil der Vorbereitungen im Alleingang übernommen. Rabbi Feldman: "Mario hatte alles in bester palästinensischer Gastfreundschaft organisiert, die Stimmung war gut, und wir fühlten uns sehr wohl." Presse war anwesend, hielt sich aber im Hintergrund: Die Fragen ans Team kamen von den Juden und Palästinensern Santiagos - sich traditionell feindlich gesonnen, aber gemeinsam in der Diaspora.
Schnell drehte sich das Gespräch um die Motivation von "Breaking the Ice". Ziel der Expedition sei es, ein Leitmotiv für Jugendliche und damit auch für die Arbeit mit Jugendlichen zu geben, so Heskel Nathaniel, Initiator der Expedition. Die Extreme Peace Missions planen Projekte mit Jugendlichen unter dem Titel "Breaking the Ice". Dabei sollen extreme und abenteuerliche Erfahrungen Jugendliche zusammenführen, die sich bislang eher feindlich gegenüber stehen.
Die anwesenden Juden und Palästinenser sehen Spielraum für diese Idee auch in Chile. Und als Ergebnis des Abends steht fest: Die beiden Gemeinden werden gemeinsam überlegen, wie sie Jugendliche zusammenbringen. Alle wissen, dass bis dahin noch viele "Wenn" und "Aber" zu lösen sind, das Misstrauen ist groß, Verletzungen auf beiden Seiten sind immer präsent. Dennoch: Ein Anfang ist gemacht, Adressen wurden ausgetauscht, und wer dabei war, der wird diesen Abend als Leitmotiv erinnern.
Die Tage zuvor hatten Rabbi Feldman und Mario Nazal erstmals und zunächst per Email Kontakt zueinander aufgenommen. Der Kontakt wurde vermittelt über den Jewish Palestinian Living Room Dialogue aus Kalifornien - diese Gruppe aus Juden und Palästinensern trifft sich regelmäßig und arbeitet dafür, dass ähnliche Gruppen auch anderswo entstehen. Len Traubman, Gründer des Living Room Dialogue, ist optimistisch: "'Breaking the Ice' ist ein hervorragendes Werkzeug, um Menschen zusammenzubringen. Die Geschichte ist phantastisch, abenteuerlich und anregend. Jeder will wissen, wie es mit 'den anderen' war - und aus dem Fragen wird eine unvergessliche Begegnung."
Die Zeit bis zum Abflug am Dienstagvormittag verbrachten die Expeditionsteilnehmer wie ganz gewöhnliche Touristen im Hotel und mit Ausflügen durch die Stadt.


27. Januar 2004
BREAKING THE ICE
Zurück aus dem Eis
Ihre Ankunft in Puerto Williams steht kurz bevor: Nachdem das Team der israelisch-palästinensischen Friedensmission fünf Tage wegen Sturm an der Küste der antarktischen Halbinsel festsaß, hat es die Überquerung der tückischen Drakepassage nun fast hinter sich und wird am Abend in dem chilenischen Hafen erwartet.
Freitag, 23. Januar 2004


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Das Team der Friedensmission: Noch ist die Drakestraße nicht überquert
Seit fünf Tagen sitzt das Team der israelisch-palästinensischen Friedensexpedition in einer Bucht fest. Das Wetter ist zu stürmisch zum Segeln. Die Überquerung der Drakestraße steht kurz bevor, da die "Pelagic Australis" schon am oberen Ende der Gerlache Straits liegt. Doch auch heute Mittag ist noch unklar, ob die Expedition morgen in See stechen kann.
Morgen, am Samstag, müssten die Segelboote spätestens aufbrechen, damit sie pünktlich wie geplant am 28. Januar in Puerto Williams eintreffen.
Dienstag, 27. Januar 2004
Die "Pelagic Australis" hat die antarktische Halbinsel bei stürmischen Wetter verlassen und ist sicher durch die Eisberge gesegelt. Am Montagabend überquerte sie den 60. Grad südlicher Breite und verließ damit offiziell die Antarktis. In einem Telefongespräch berichtete Heskel Nataniel, wie es den Teammitgliedern geht, wie müde und erschöpft sie alle wären.
Das Team beginnt gerade erst die Dynamik zu begreifen, die sich in den letzten Tagen entwickelt hat: Mit der Hilfe von Len und Libby Traubmann, Koordinatoren der Jewish-Palestinian Living Room Dialogue Group in Kalifornien, fangen die jüdischen und palästinensischen Gemeinden in Santiago an, miteinander zu kommunizieren. Sie planen, die acht Israelis und Palästinensern in Santiago willkommen zu heißen und ihnen die Gelegenheit zu geben, ihre erstaunliche Geschichte an einem öffentlichen Ort in Chile zu erzählen.
Die Expedition wird am Dienstagabend in Puerto Williams erwartet.


16. Januar 2004
BREAKING THE ICE
Eine Botschaft nach Hause
Es ist geschafft: Die israelisch-palästinensische Friedensmission hat "ihren Berg" erreicht und ihm einen Namen gegeben. Tränen fließen und eine Champagnerflasche wird geköpft.
Donnerstag, 15. Januar
15 Tage nachdem die Yacht "Pelagic Australis" in Puerto Williams in See stach und nach einem Tag Verspätung durch dasa schlechte Wetter haben die Mitglieder der israelisch-palästinensischen Antarktisexpedition "Breaking the Ice" heute ihr Ziel erreicht: den Gipfel des bisher unbestiegenen Berges nahe Prospect Point auf der antarktischen Halbinsel, und sie widmen ihren Erfolg dem Frieden.


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"Berg der israelisch-palästinensischen Freundschaft"
Starke Winde und Schnee begrüßen die Teammitglieder am Donnerstag, als sie am Morgen des anvisierten Gipfeltages aufwachen. Der israelische Expeditionsleiter Doron Erel und der Bergführer aus Chamonix, Denis Ducroz, diskutieren, ob es sinnvoll ist, die geplante Route zum Gipfel zu nehmen, die die im Eis unerfahrenen Israelis und Palästinenser über gähnende Gletscherspalten führen würde. Nach einer Stunde geben sie dennoch grünes Licht. Das Team wird sich zum Gipfel aufmachen.
Mit Harscheisen und Eispickel ausgerüstet, steigen die Teammitglieder langsam über den Gletscher, der zur felsigen Teil des Berges führt. In zwei Seilschaften à vier Personen sind sie nicht nur symbolisch aneinander gebunden: Diese Israelis und Palästinenser übernehmen Verantwortung für das Leben der anderen in der Kette.
Die Wolken erschweren es, den Gipfel zu finden. Doch schließlich, um 16 Uhr, nach viereinhalb Stunden Kletterei, am vierten Tag des Aufstiegs und mehr als 13.000 Kilometer entfernt von ihrem Zuhause in Nahost stehen sie auf einem Fleck circa 1000 Meter über dem Meeresspiegel, wo noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist.
Auf dem Gipfel verliest der Organisator der Expedition, Heskel Nathaniel, eine von der gesamten Expedition verfasste Erklärung. Sie drückt den Glauben der acht aus, dass Israelis und Palästinenser ihre großen Differenzen ohne Gewalt lösen können. Heskel verkündet dann die Entscheidung des Teams, die nach Tagen der heißesten Diskussionen gefallen ist: den Berg auf "Berg der israelisch-palästinensischen Freundschaft" zu taufen.
Der Name scheint wenig spektakulär, aber er spiegelt die gemeinsame Erfahrung der Teammitglieder wider. Die Israelis und Palästinenser waren vor diesen 15 Tagen einander noch total fremd und haben gelernt, zusammen zu leben, zu arbeiten und sogar zu lachen. Sie haben beschlossen, die vergebliche Suche nach einer Einigung zum Frieden auf politischer Ebene zu Gunsten einer Annäherung auf persönlicher Ebene aufzugeben.
Die Feier auf dem Gipfel ist unförmlich und etwas unterschiedlich: Die drei palästinensischen Männer knien nieder zum muslimischen Gebet. Die Israelis köpfen eine Flasche Champagner für alle. Der Palästinenser Ziad Darwish ist zu Tränen gerührt: "Dieser Moment ist so wunderschön: zu sehen, dass Israelis und Palästinenser dieses gemeinsam geschafft haben. Und zu Hause tun wir uns gegenseitig all diese schrecklichen Dinge an."
Der israelische Bergführer Doron Erel ist erleichtert: "Die Israelis und Palästinenser haben etwas Einzigartiges zusammen gemacht, etwas, was eine derartige Zusammenarbeit und ein derartiges Engagement benötigt, das du - wenn überhaupt - selten bei uns findest. Ich kann nicht sagen, wie froh ich bin, wie gut wir miteinander ausgekommen sind und wie gut jeder Einzelne sich verhielt. Keiner glaubt, dass wir durch Bergsteigen Frieden bringen. Doch jeder sollte wissen, was Israelis und Palästinenser schaffen, wenn sie es nur wollen. Ich hoffe, dass das die Leute zu Hause denken, wenn sie hören, was wir geschafft haben."
Und dieses Signal will die Friedensmission ins Eis an ihre Völker zu Hause schicken: Wie das Bergsteigen benötigt auch Frieden ein großes Engagement. Diese Israelis und Palästinenser haben sich aufgemacht in die Antarktis, um diese Botschaft nach Hause zu schicken.


BREAKING THE ICE
"Pelagic Australis" ist vom Eis eingeschlossen
Der erste Tag auf dem Eis. Mit Schneeschuhen, Rucksäcken und hinter sich das schwere Gepäck auf Plastikschlitten bricht die israelisch-palästinensische Expedition auf zu "ihrem" Berg. Der Berg, dem sie einen Namen geben werden, der ihre Sehnsucht nach Frieden symbolisieren soll.
Montag, 12. Januar
Als die Teilnehmer der Friedensmission diesen Morgen erwachen, sind sie bereit, die mehrtägige Wanderung über das Eis in Angriff zu nehmen. Aber die Natur hat sich gegen sie verschworen: Die "Pelagic Australis" ist von Eisbergen und Meereseis eingeschlossen. Mehrere Stunden der Organisation und ein flinkes Betakeln von Seiten des Kapitäns Skip Novak sind nötig, bevor es endlich gelingt, Menschen und Ausrüstung ans Ufer zu transportieren. Auch dann vergehen noch einige Stunden, bis alles zum Aufbruch bereit ist.


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Endlich sind sie fertig. Mit Schneeschuhen, Rucksäcken und hinter sich das schwere Gepäck auf Plastikschlitten bricht die Expedition auf. Leiter Doron Erel ordnet an, dass sich die acht Israelis und Palästinenser in zwei Vierergruppen mit Seilen aneinander binden. Wann immer sie sich in den nächsten Tagen in Bewegung befinden, werden sie in der Seilschaft sein - eine Sicherheitsmaßnahme gegen die zahlreichen tiefen Gletscherspalten, die von einer dicken Schneeschicht verdeckt sind. Falls ein Mitglied des Teams in ein Loch fallen sollte, müssen die anderen schnell reagieren und ihn wieder herausziehen. Ohne Seile - und Teamwork - würde sich die Gefahr vervielfachen.
In der Nacht vor dem Aufbruch stritt die Gruppe über den Namen, den sie dem bisher noch unbestiegenen und daher auch unbenannten Berg geben wollen - ein Name, der ihre Sehnsucht nach Frieden symbolisieren soll. Wie üblich verstrickten Avihu und Nasser sich in ihrer Argumentation und waren bei jeder Nuance eines neuen Vorschlags von dem jeweils anderen unterschiedlicher Meinung. Schließlich lag es an Heskel und Ziad, für Ruhe zu sorgen. Und auch wenn sich die Gemüter dann abkühlten, blieb die Diskussion jedoch vorerst ohne Ergebnis.
Das Besondere an dieser Friedensexpedition ist, dass eben Nasser und Avihu, die am Abend noch so zerstritten waren, am nächsten Morgen aneinander gebunden in derselben Seilschaft die ersten Schritte machen, aufeinander angewiesen und sich gegenseitig helfend. Immer wieder zeigen die Teilnehmer der Expedition, dass sie in der Lage sind, gut zusammenzuarbeiten auf einer persönlichen Ebene, unabhängig von ihren politischen Differenzen.
Ihr Glück an diesem Tag ist, dass das außergewöhnlich schöne antarktische Sommerwetter weiterhin anhält. Deshalb tragen die meisten nur ihre Thermounterwäsche - und sparen sich Lagen wärmerer Kleidung für kältere Tage. Alle werden noch mal daran erinnert, sich gut mit Sonnencreme einzureiben, da die Strahlung nicht zu unterschätzen ist.
In dieser Zeit des Jahres wird es hier im Süden nie richtig dunkel. Die Sonne verbirgt sich gerade so hinter dem Horizont, und der Himmel bleibt die Nacht hindurch erleuchtet. Und so können die Teilnehmer, während sie ihr nächstes Camp errichten, die Zelte aufbauen und die Schlafsäcke entrollen, einen phantastischen Blick genießen: links das Meer mit vereinzelten Eisschollen, eingerahmt von den schneebedeckten Bergen im Hintergrund; rechts und viel näher als in den vorherigen Tagen, der Berg - auf den bisher noch kein Mensch einen Fuß gesetzt hat. Ihr Berg.
Die dunkelbraunen Hänge des Berges werden von leuchtend weißem Schnee abgegrenzt - bis hin zum Gipfel. Ihrem Gipfel. Wenn das Wetter so bleibt, werden sie ihn in zwei bis drei Tagen erreichen.
Als sich das Team im Camp niederlässt, beginnen die Kocher zu zischen und bringen zunächst Tee, dann Suppe, dann Nudeln hervor. Ein willkommenes warmes Essen inmitten einer gefrorenen Landschaft.
Colin bringt jedem ein paar Tai-Chi-Übungen bei. Jeder bekommt noch eine weitere Tasse Tee. Dann ziehen sich die beiden Frauen für die Nacht auf dem Eis zurück in ihr gemeinsames Zelt - die arabische Israelin Olfat und die äthiopische Jüdin Yarden.
Bald sind auch die anderen müde genug, ihre Zelte aufzusuchen. Der letzte Kocher wird ausgemacht, und nachdem der letzte Zeltreißverschluss hochgezogen ist, wird es still: Eine der letzten Nächte vor dem Ziel hat begonnen.


Samstag, 10. Januar
Nachdem die beiden Schiffe in einer kleinen, geschützten Bucht in der Nähe der ukrainischen Forschungsstation "Vernadsky" Anker geworfen haben, gibt es nicht viel mehr zu tun, als die Abendwärme zu genießen und Pisco zu trinken. Das chilenische Mixgetränk aus Rum, frisch gepressten Limetten, Eis, geschlagenem Eiweiß und Puderzucker ist beinah ebenso bizarr wie die Umgebung. Die Forschungsstation Vernadsky ist unter Antarktis-Reisenden auch als südlichste Bar der Welt bekannt - an diesem Abend werden wir herausfinden warum.


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Die "Pelagic Australis" nähert sich Prospect Point: Wie findet man Aussagen, die von allen akzeptiert werden, und die dennoch stark genug sind
Während die Teilnehmer der Expedition, die Bergführer, Schiffscrew und Kommunikationsspezialisten zwischen den Booten und der Station hin und her laufen, entwickelt sich fast unbemerkt eine Party. Vladimir, Vladimir, Vladimir und Yevgeny sind zwei ukrainische Forscher, der Stationschef und der Koch. Sie kommen mit einer Flasche Wodka als Willkommensgeschenk.
Schnell werden die Gläser gefüllt, und die Toasts sind ein Zeichen internationaler Freundschaft. Der Schiffsarzt, Arik Shechter, der aus der Ukraine nach Israel einwanderte, hilft bei der Übersetzung, aber die Begründungen für das nächste Anstoßen werden weniger und weniger deutlich und stoßen auch auf immer weniger Interesse bei den Beteiligten.
Als eine Geste der Gastfreundschaft lädt die Crew der "Pelagic" die ukrainischen Freunde zu einem Abendessen an Bord mit gebratenem Lamm, Kartoffelpüree mit Karotten sowie reichlich Wein und Wodka. Alle Versuche einer ernsten Unterhaltung erweisen sich sehr bald als vergeblich.
Nasser Quass, ein Muslim, der keinen Alkohol trinkt, scheint von der Stimmung ganz berauscht. "Ich glaub nicht, was ich hier sehe," sagt er. "Guck dir all diese Israelis, Palästinenser, Franzosen, Amerikaner und Ukrainer an - alle an einem Tisch und alle haben sie Spaß. Jeder spricht eine andere Sprache, und es macht nichts aus, ob man sich wirklich versteht. Sie haben einfach nur eine gute Zeit zusammen. Zu Hause wird mir niemand glauben, wenn ich sage, dass es das ist, was ich in der Antarktis entdeckt habe."
Sonntag, 11. Januar
Prospect Point, Antarktis, 66 Grad Süd, 65 Grad West
Die "Pelagic Australis" gleitet sehr behutsam durch die schwimmenden Eisschollen entlang der Küste der antarktischen Halbinsel. Vor einer Woche noch war das Eis in der Bucht zugefroren und Prospect Point für Schiffe unerreichbar. Heute segeln wir bis nahe ans Festland heran.
Aufregung an Bord des Schiffes: Die "Breaking the Ice "-Expedition sieht den Berg, der in einigen Tagen bestiegen werden soll - den Berg, von dem aus die Welt hören soll, dass Menschen aus zwei verfeindeten Völkern sehr wohl all die geschichtlich begründeten Differenz beiseite lassen können, um zusammen an einer besseren Zukunft zu arbeiten.
Vom Schiff aus sieht der Berg nicht sehr hoch aus. - aber die Entfernungen können täuschen.
Das Wetter ist phantastisch - sonnig und warm, windstill und ein Himmel ohne Wolken. Alle an Bord sind leicht bekleidet - ohne Handschuhe oder Mützen. Da die Sonnenstrahlen im Wasser stark reflektieren, sind Sonnenbrillen en vogue - und wir alle hoffen, dass das Wetter für die nächsten Tage so bleibt, um einen reibungslosen Trek durch das Eis zu ermöglichen.
Dennoch, die Expedition muss auf alles vorbereitet sein - also wird dieser Tag genutzt. Skistöcke, Schneeschuhe, Essen und Kochutensilien, Seile und Zelte werden gesammelt, gezählt, auf Vollständigkeit überprüft. Hinten an Deck hilft Kommunikationsspezialist Tony Robinson dem Medientechniker Mario Dieringer die tragbare Satellitenstation, den Generator, Treibstoff und die Computer zusammenzupacken und zu testen. Insgesamt 150 Kilogramm schleppen die Teilnehmer mit aufs Eis, um TV-Material in alle Welt schicken zu können.
Der Expeditionsarzt Arik Shechter stellt seine medizinische Versorgung zusammen - von Aspirin zu chirurgischen Werkzeugen, startklar für jede Eventualität, die den Teilnehmer begegnen können. Kameramann Colin Rosin ist immer zwischendrin dabei und fängt Bilder ein. Denis Ducroz, leitender Bergführer der Expedition, sowie der Kapitän der "Pelagic Australis", Skip Novak, machen sich auf den Weg, um die Route auszukundschaften. Avihu und Suleiman laden währenddessen die Ausrüstung in die Schlauchboote und fahren sie an Land. Bei dem Fußmarsch werden die Schlitten mit all dem beladen, was zu schwer oder zu groß ist, um auf dem Rücken getragen zu werden.
Die Vorbereitungen dauern beinahe den ganzen Tag. Ist die Gruppe erst unterwegs, gibt es kein Zurück mehr.
Die Zusammenarbeit steht in krassem Gegensatz zu der erhitzten Debatte vom Abend zuvor. Dabei wollten die Expeditionsteilnehmer einen gemeinsamen Text für die Deklaration formulieren, die sie auf dem Gipfel verlesen. Gesucht sind Worte, die starken Widerhall sowohl bei Israelis als auch bei Palästinensern finden.
Wie findet man Aussagen, die allgemein genug sind, um von allen akzeptiert zu werden, und die dennoch stark genug sind, um die eigentliche Botschaft zu liefern? Die Unterhaltung begann zunächst ruhig. Heskel schlägt vor, dass die Erklärung die einfache Tatsache beinhalten sollte, dass das Team zu dem Schluss gekommen ist, dass Israelis und Palästinenser zusammen in Frieden leben können.
"Das ist das, was wir hier untereinander feststellen," sagt Heskel, "Wir sind nun seit zehn Tagen zusammen - seht, wie wir zusammen auskommen. Das sollte unsere Botschaft an die Welt sein: dass wir es können und dass es getan werden kann." Der Vorschlag stieß auf breite Zustimmung.
Die Atmosphäre lud sich auf, als Suleiman vorschlug, dass die Erklärung doch detaillierter sein müsse und eine Ablehnung gegenüber der Mauer beinhalten solle, die gerade von Israel gebaut wird. Doron bemerkte dazu, dass es nicht der Sinn der Expedition gewesen sei, dem Ganzen eine politische Note zu geben. Dass es um Menschlichkeit ging und gehen sollte.
Als Ziad vorschlug, dass die Erklärung jegliche Gewalt ablehnen sollte, argumentierte Avihu, dass Israels Aktionen gegen die Palästinenser keine Gewalt sein, sondern eher Selbstschutz. Je länger die Unterhaltung dauerte, umso bitterer wurde sie. Avihu wurde wütend, als Nasser argumentierte, dass Israel und die Juden kein eigentliches Recht auf das hätten, was sie den Tempelberg Jerusalems nennen - dort, wo die al-Aksa-Moschee steht, habe es nie einen jüdischen Tempel gegeben.
Nasser war ungehalten, als Yarden den Chef der palästinensischen Autonomiebehörde einen Terroristen und Mörder nannte. Ziad verließ den Raum und behauptete, dass die Unterhaltung zum Forum für Sensationsgehabe verkommen sei. Und Olfat, die die ganze Zeit etwas abseits gesessen hatte, erschien wie gelähmt durch die aggressive Atmosphäre. Später brach sie in Tränen aus.
Aber ungeachtet dieser Differenzen waren alle Teilnehmer am nächsten Morgen zurück an Deck, um bei der Vorbereitung und dem Zusammenstellen der Ausrüstung zu helfen.
Spät am Nachmittag steht das erste Basislager. Die Zeit ist da, physische und mentale Fähigkeiten zu testen und zu beweisen, dass das Eis sich brechen lässt.
26.9.06 11:57
 



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