herrnilson
  Startseite
    Bücher
    Breaking the Ice - diary English
    Gedanken
    Kommentare
    Journalismus
    Zeitgeschehen
    Reisefieber
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 

Links
  weekendsex
  Breaking the ice
  Politically Incorrect


http://myblog.de/herrnilson

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Breaking the ice 2

Reisetagebuch Expedition: breaking-the ice - 2




Erster Tag in Punta Arenas 29.12.03

Hier in S?dchile scheint die Sonne fast den ganzen Tag. Es wird erst gegen 22.30 Uhr dunkel und fr?h am morgen auch schon wieder hell. Mit Sonnenschein im Gesicht wachte ich auf und wusste, dass es viel zu tun geben wird an diesem Tag. Das gesamte technische Ger?t muss ?berpr?ft werden und ich muss die Satellitenanlagen testen. Es ist noch immer unklar ob die ?bertragung nach Usingen zur Telekom funktionieren wird. Schon kurz nach dem Fr?hst?ck wurde mir klar, was da eigentlich alles zu tun ist. Schon der Aufbau der Sattelitenanlage stellt eine kleine Herausforderung dar. Es gibt Ger?tschaften die erst eingeschaltet werden d?rfen, wenn ein Satellit gefunden worden ist. Es ist darauf zu achten, dass niemand vor der Antenne rum steht, weil neben der ?bertragung auch dessen Fruchtbarkeit schaden nehmen k?nnte und ich muss Tabellen lesen k?nnen, die ich noch nie im Leben zuvor gesehen habe. Also stehe ich da und schlage mich mit K?rzeln LES oder AOR-W rum. Gemeint ist damit die Land Earth Station (LES) und die Atlantic Ocean Region West oder East. Aber was es nun bedeutet dass die Land Earth Station besser auf 4 als auf 1 eingestellt ist, habe ich noch nicht begriffen. Zwischenzeitlich ist Tony dem Satelliteningenieur auch klar geworden, dass die Gruppe mich im eis nicht verlieren sollte, denn er hat leider bemerkt, dass ich nicht in der Lage bin einen Kompass zu lesen?? zu was auch, ich als Kind der Natur orientierten mich bis dato and den Sternen, dem Sonnenverlauf und dem Wind?.. aber da in der Antarktis die sonne im Moment 24 Stunden t?glich scheint, es zu schweren Schneest?rmen kommen kann und ich die Sterne am hiesigen Firmament nicht kenne, ist es vielleicht doch besser sich auf technisches Ger?t zu verlassen. Also gilt es die die Umlaufbahn des Satelliten zu ermitteln, den Kompass auf 20 Grad einzustellen, die Nadel zwischen zwei Balken einpendeln lassen, und die Inmar Satanlage in Richtung 20 Grad zu schieben. Sieht tats?chlich leichter aus, als es in Wirklichkeit ist. Aber ich werde das Kind, bzw die Anlage schon schaukeln. Nebenher habe ich die ersten Videobilder vom Abreisetag aus Israel bekommen. Sehr bewegend, weinende Kinder und Apelle an die Welt, diese Mission zu unterst?tzen wechseln sich ab. Leider fand sich nicht die Zeit das Material genau zu sichten, denn die funktion der ?bertragung musste gew?hrleistet werden. Also ganz schnell etwas schneiden und zu einem mpeg4 Film umwandeln. Allein diese Prozedur dauert fast zwei Stunden. Um 13 Uhr sind Tony und ich endlich so weit. Ein kurzes Telefonat mit den Technikern aus Deutschland und es kann los gehen. Wir ?ffnen die ?bertragungssoftware am PC, packen den Film, ein paar Fotos und den ersten Teil des Reisetagebuchs in den Outgoing- Ordner und dr?cken Transmitting. Wie die kleine Kinder starren wir auf den Bildschirm??. Sekunden vergehen dann die Anzeige ?Call placed?. Wenige Sekunden sp?ter k?nnen wir sehen, wie die Daten transferiert werden. Unser Gl?ck w?hrt nicht sehr lange??pl?tzlich erscheint eine Warnung und die ?bertragung ist unterbrochen. So ein Mist?.. aber es w?re auch zu sch?n gewesen um wahr zu sein. Also dr?cken wir nochmals ?transmitting? und warten ab. Doch auch dieser Versuch scheitert kl?glich. Wir f?hren also das erste Telefonat, das zweite und das dritte, doch jedes mal erhalten wir die Auskunft ?hier ist alles in Ordnung?. Das k?nnen wir fast nicht glaube und wenden uns an die Hamburger Firma Transtel, die uns in das Satellitensystem eingewiesen hat. Ein halbe Stunde sp?ter ?bertragen wir eine Testfile nach Hamburg. Wieder ?transmitting? und gespanntes Warten. F?nf Minuten sp?ter wissen wir, alles ist in Ordnung, denn die ?bertragung hat geklappt. Also m?ssen die Techniker in Usingen einen Fehler gemacht haben. Hamburg telefoniert mit Usingen, wir telefonieren mir Hamburg und Usingen und weitere 1,5 Stunden sp?ter dr?cken wir erneut den transmitting-Knopf. Gespanntes Warten, Luft anhalten, ein Sto?gebet und?. Hurra es klappt. Doch noch immer k?nnen wir nicht die H?nde in den Scho? legen. Die ?bertragung von 2 Minuten und 50 Sekunden Filmmaterial wird voraussichtlich 1,5 Stunden dauern. Pro Pic sind nochmals fast 2 Minuten veranschlagt. Es kann also noch viel passieren. Wir haben Hunger. Also macht sich einer auf zum Hamburger-Laden next door. Ziemlich fettig das Zeug aber es ist billig und stopft. Ich komme zur?ck und siehe da, die ?bertragung wurde unterbrochen. Wir sind ratlos. Der Computer funktioniert nicht und reagiert auf nichts. Fragen ?ber Fragen, wir telefonieren erneut mit Usingen. Dort bekommen wir erneut die Auskunft, dass alles in bester Ordnung ist und die Herren die ?bertragung nicht unterbrochen haben. Aber dass alles in Ordnung ist haben sie schon zwei Stunden zuvor gesagt. Eine Auskunft, die Tony und ich noch immer f?r eine L?ge halten. Aber es hilft ja alles nichts. Mi?mutig schalten wir den Computer ab, fahren ihn wieder hoch, starten erneut das Programm und richten uns erneut auf eine nicht enden wollende ?bertragungszeit ein. Doch siehe da, die Verbindung zum Satelliten wird wieder aufgenommen und startet dort, wo sie unterbrochen wurde. Somit haben wir also nur eine Stunde verloren. Ein Klacks im Vergleich dessen, wie lange die Vorbereitung und die eigentliche ?bertragung dauert. Eine weitere Stunde sp?ter ist alles durch und wir fallen ersch?pft in die Sessel. Ob tats?chlich alles zur Zufriedenheit verlaufen ist, werden wir fr?hestens morgen erfahren, wenn ich mit ARCAST telefoniere. Wir packen die Anlage ein und holen die zweite Satellitenanlage. Auch sie muss getestet werden und dieses Mal werde ich den Aufbau alleine ?bernehmen. Denn so wie es aussieht muss ich mit den Jungs allein aufs Eis und ich werde niemanden haben, den ich fragen kann. Bleibt zu hoffen ? ach wie ich diese Floskel hasse - bleibt zu hoffen , dass mein schon arg strapaziertes Gehirn nicht einfriert und ich an alles denke. Da f?llt mir gerade eine: weiss ich denn noch, wie der Generator zu bedienen ist? Da war doch was mit kurz aufmachen und wieder schliessen etc. Na ja, ich werde mich wohl auf den fotografischen Teil meines Gehirns verlassen m?ssen und auf Widererkennung hoffen.
Mit der zweiten Satellitenanlage machen wir ebenfalls einen Test. Allerdings verschicken wir nur wenige Sekunden, denn es soll ja nur die Funktionalit?t getestet werden. Alles klappt und gl?cklich packen wir zusammen. Als ich zur t?r hinaus will, um endlich einemal frische Luft zu schnappen und ein wenig von der Stadt zu sehen, steht schon der N?chste in der T?r. Ich soll testen ob diverse digitale Fotoapparate mit dem Laptop harmonieren. Ich werde grumebelig?.. ich will endlich was sehen. Ich beeile mich und fange an. Einst?pseln, warten downloaden, fertig. ich mache das insgesamt drei oder vier Mal. Schlie?lich sind alle gl?cklich und ich gehe in die Stadt. Was macht man zur Beruhigung? Shopping! Aber so richtig was zu einkaufen gibt es hier gar nicht. Schals aus Lamawolle und Pullover. Aber ich habe keinen Platz mehr. Also m?ssen ein paar Socken als Chilesouvenir ausreichen. In der Zwischenzeit ist auch Nassar, der ?ber Kairo nach Chile geflogen ist, angekommen. Herzlich wurde er von der Gruppe begr??t, um kurz darauf in einen Koma?hnlichen Schlaf zu verfallen. Auch er war fast 35 Stunden unterwegs und die letzten Energiereserven wurden beim gemeinsamen Abendessen aufgebraucht. Mir ging es nicht viel besser und der Tag endete mit vielen Gedanken zum kommenden Tag, an dem wir nach Port Williams fliegen werden. Ein weiteres kleines Abenteuer steht bevor??.


15.9.05 18:04
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung