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Partnercheck

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„Beim nächsten Mann wird alles anders“ – Wie oft haben wir alle diesen Satz schon gehört oder gesagt, nur um bei der nächsten Möglichkeit wieder knietief im stinkenden Morast zu stecken. „Was mache ich nur falsch?“ fragen wir uns und die Leid geprüfte Umwelt zum hundertsten Mal. Und immer dann, wenn der Frühling kommt und die Gefühle verrückt spielen, warten die Freunde auf den Moment, in dem sie dich wieder heulend in der Gosse finden. Glücklich derjenige, dessen Freunde nicht zur verdienten Ohrfeige ausholen, sondern die helfende Hand reichen.
Was läuft bei der Partnersuche nur falsch? Ticken wir nicht ganz richtig oder suchen wir uns immer wieder ganz bewusst den größt möglichen Supergau, damit es uns nach einer gewissen Zeit endlich mal wieder so richtig schlecht gehen kann? Bekanntlich funktionieren wir ja alle nach einem Muster dessen Entschlüsselung nur die wenigsten schaffen. Eine psychologische Herausforderung, die dieser Artikel nicht aufgreifen möchte. Allerdings wollen wir Euch ein paar Tipps geben, die helfen sollen, herannahende Katastrophen zu verhindern oder wenigstens den Blick für wesentliche Details schärfen soll, denn wer mit dem Liebsten ein Leben teilen will und dabei auch noch Spaß haben möchte, sollte schon im Vorfeld den einen oder anderen Reibungspunkt eliminieren oder zumindest gewarnt sein.

1. Die Wohungseinrichtung

Über wohnlichen Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollte schon in der ersten Nacht ein prüfender Blick durch die Wohnung des Angehimmelten wandern. Steht da etwa eine Eichenschrankwand von Oma, die künftig zum belächelten Blickfang Eurer gemeinsamen Wohnung werden wird? Oder schleppt Dein Schwarm gar selbst gezimmerte Holztruhen an, deren urinsteinfarbene Oberfläche mit Deinem indischen Teppich um die Wette strahlen wird? Was tut sich im Schlafzimmer? Bettest du Deinen Körper in die Teddybärsammlung oder teilst Du die Matratze mit nem Mann, Miez, Mops und diversen Milben? Grinsen die Simpsons aufs teure Doppelbett oder befördert Dich eine Fototapete in entfernte Welten? Wird die teure Muranoglassammlung Dein Herz erfreuen oder denkst Du schon im Vorfeld an die vielen Stunden Staub wischen? Blicke bei allem was Du siehst genau hin und frage Dich, ob Du dieses oder jenes wirklich in Eurer gemeinsamen Wohnung haben möchtest. Wenn die Antwort negativ ausfällt, solltest Du unauffällig ausloten wie wichtig ihm diese Dinge sind. Wenn sie ihm ans Herz gewachsen sind, frage Dich rechtzeitig, ob der tägliche Augenterror nicht doch eines Tages Eure Beziehung vorzeitig beenden wird. Und wer teure Glassammlungen nicht ausstehen kann, sollte sich wenigstens mit dem besten Freund absprechen, damit dieser am Umzugstag die Kiste fallen lässt.

2. Die Schmutztoleranz

Wo Du Dich ja ohnehin gerade durch die neue Wohnung schläfst, kannst Du auch ruhig mal einen Blick ins Spülbecken oder ins Bad werfen? Eine ähnlich gelagerte Schmutztoleranz zu haben gefährdet nämlich nicht den dauerhaften Frieden im gemeinsamen Heim. Es ist nun wirklich nicht jedermanns Sache, wenn permanent ein Heer an abgetrennten Schamhaaren am verölten Badewannenrand kleben. Stehpinkler und Dreckwäscheverteiler sind auch nicht jedermanns Ding. Was sagen die ganzen Wollmäuse zu Dir, wenn Sie Dich durch die Wohnung jagen? Und kannst Du damit leben, dass die Edelstahlspüle unter Kaffeesatzresten und dem fettigen Geschirr der letzten drei Wochen versteckt ist? Man putzt ja schon mal aus Liebe den ganzen Dreck weg, um wenigstens ein Wochenende entspannt in der Küche sitzen zu können. Aber magst Du für den Rest Eures gemeinsamen Lebens die Wohnung putzen, während dein Alter sich auf der Designercouch die Zehennägel schneidet und sich weigert eine Putzfrau anzustellen.


3. Die Lebensmittel

Nicht jeder von uns ist ein Gourmet und die meisten von uns können auch ohne Kaviar und Champagner den Tag überstehen. Aber hast Du schon mal 3 Jahre lang - wöchentlich - Pfälzer Leberwurst und Aldi-Salami gefressen? Kannst Du Dir vorstellen, dass Dein Kühlschrank Dir den Dienst verweigert, wenn er noch einmal den billigen Briekäs vom Lidl runterkühlen muss? Hast Du schon mal versucht Deinen Freunden glaubhaft rüber zu bringen, weshalb Du neuerdings auf Würstchen aus dem Glas stehst? Geh mit Deinem neuen Prachtkerl gleich mal einkaufen und überlass ihm die Auswahl des Frühstücks. Schau genau hin, was er da in den Einkaufswagen schaufelt. Liebt er etwa abgepackte Lebensmittel mit unendlichem Haltbarkeitsdatum oder versucht er für Euch beide nicht enden wollende Geschmackserlebnisse an der Frischetheke zu ergattern? Ein Mann mit Sinn für´s Essen ist nicht nur erotisch, sondern kann vermutlich auch kochen. Damit hast Du also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, nicht dass Dein Liebesleben am Ende einer abgepackten Leberwurst gleicht, die, wenn sie lange genug rum liegt, sehr unangenehm riechen wird.


4. Der Fernseher

Wer kennt sie nicht? Die Junggesellenbuden mit einem riesigen Bett, einer wahnsinns Stereoanlage und der neuesten 1,80 Meter Super-HD-Plasma-Flachbildklotze. Ein Traum für das gemeinsame Porno kucken und ein Fest für die Sinne, wenn Kylie ausnahmsweise mal life übertragen wird. Aber ist Dir schon aufgefallen, dass die Kiste immer an ist, sogar wenn Du aufwachst? Achso, Dein Stecher ist Journalist und ein Nachrichtenjunkie und muss deshalb immer kucken. Und Dir macht es auch wirklich nichts aus, dass Du den ganzen Tag gekocht hast und jetzt, beim Essen, sein Blick schon wieder an der Flimmerkiste klebt? Du findest, dass Dein Freund Dir ganz bestimmt zuhört, obwohl er mitten im Satz schallend lacht und Dich fragt, ob Du gehört hast, was die Tante von RTL gerade gesagt hat? Ach, und Dir macht es Spaß angeschnauzt zu werden, weil Du wieder im Bild stehst oder Dir erlaubt hast, das Ding abzuschalten? Also wenn Du alle Fragen mit „ja“ beantworten kannst, dann hast Du für Dich sicher den richtigen Partner gefunden. Alle anderen sollten sich fragen, über welche Themen sie mit einem kommunikationsgestörten Mann in fünf Jahren plaudern werden und vor allem wann!


5. Die Charaktereigenschaften

Sonntag Morgen nach einem rauschenden Fest. Du wachst auf, blinzelst unsicher dem neuen Tag entgegen, hauchst Deinen schlechten Atem in eine andere Richtung und bemerkst freudig erregt: „Schatz, lass uns aufstehen und den Tag genießen, draußen scheint die Sonne“ Qualvoll öffnet Dein Liebster ein Auge, starrt Dich an und entgegnet mit gepresster Stimme: „Na die wird bestimmt nicht lange scheinen.“ Kurze Zeit später am Frühstückstisch willst Du ihn mit Flugtickets in eine Stadt seiner Wahl überraschen, die Du ab 12 Uhr im Internet buchen kannst. Mit einem Biss ins Leberwurstbrötchen und einem „bekommst ja sowieso keine, das ist immer so“ honoriert er Deine Bemühungen und kaut weiter. Und als Du ihm schließlich vorschlägst abends endlich mal wieder gemeinsam essen zu gehen ist er sicher, dass Du sowieso keinen Tisch mehr bekommen wirst und besser selbst kochst. Manchmal empfiehlt es sich tatsächlich einen Partnerschaftstest auf Horoskopebene zu machen und einschlägige Charakteristika nicht ganz bei Seite zu schieben, noch bevor man künftig Bett und Tisch teilen will. Ein freiheitsliebender Schütze wird mit einem Küchenheimchen Marke Jungfrau sicherlich nur für begrenzte Zeit seinen Spaß haben. Was des Einen Freud ist nur allzu oft des Anderen Leid und toller Sex hält bekanntlich nicht ewig und nicht immer ergänzen sich unterschiedliche Charaktere.


6. Die Vergangenheit

Weißt Du eigentlich weshalb Dein neuer Lover in den letzten fünf Jahren neun Mal verlassen wurde? Oder hast Du Dir schon mal Gedanken darüber gemacht, warum er mit 52 Jahren noch nie eine Beziehung hatte? Du wunderst Dich nach wie vor, warum er keine Freunde hat und andere kichernd mit Finger auf Euch zeigen, wenn ihr gemeinsam eine Kneipe betretet? Und es kommt Dir befremdlich vor, dass sein Ex nicht ein Wort mehr mit ihm redet? Du solltest Dich nicht nur wundern sondern die Lauscher ganz weit aufsperren. Hake ruhig mal nach und lass Dir rechtzeitig erklären, was beim Ex alles schief gelaufen ist und konfrontier ihn rechtzeitig mit den Fehlern, die er schon die letzten 20 Mal gemacht hat. Gib ihm immer eine Chance. Fass Dir aber rechzeitig ein Herz und schick ihn in die Wüste, wenn Du auf Deinem Computer sein Sexprofil entdeckst und feststellst, dass er gar kein geschäftliches Essen hatte sondern jeden Donnerstag Abend an einem Puller lutscht. Vermeide unangenehme Überraschungen indem die Vergangenheit rechtzeitig Teil Eurer Zukunft wird und glaub ja nicht, dass mit Dir alles ganz anders wird und er das niemals täte! Nimm Dir die Chance rechtzeitig entscheiden zu können, ob Du dieses oder jenes in Eurer Beziehung möchtest.


7. Der Umgangston

Du solltest beim ersten Date unbedingt darauf achten, wie er die Bedienung behandelt. In spätestens sechs Monaten wird er mit Dir nämlich genauso umspringen. Am Anfang, wenn die Liebe frisch ist, wird sich der Neue produzieren was das Zeug hält. Da tauchen Manieren auf, von denen Du gar nicht wusstest, dass es sie gibt. Die Autotür wird aufgehalten, galant wird Dir das Mäntelchen gereicht und der Kaffee wird mit nem Schuss Milch und zwei Stück Zucker täglich ans Bett gebracht, noch bevor Du die Augen offen hast. Doch der Tag wird kommen, an dem Du morgens die Augen aufschlägst und der Göttergatte unter der Bettdecke pupsend grummelt: „Mach mal Kaffee!“und Dein bittender „Reich-mir-doch-mal-die-Jacke-Blick“ wird mit einem „Kannst Dich nicht selber anziehen?“ quittiert. Wenn also die freundliche Bedienung nach der Bestellung fragt und Dein Süßer überheblich die Nase rümpft, die Augenbraun hochzieht und mit einem „Schnitzel mit Pommes; und wenn´s geht schnell“ die Laune des Personals ruiniert, dann frage Dich ruhig schon mal, wie sein Tonfall sein könnte, wenn die ganze Süßholzraspelei ihr jähes Ende gefunden hat und ihr beide in einem Jahr genervt von der Arbeit nach Hause kommt und er wissen will, ob das Essen schon fertig ist.

8. Die Abhängigkeiten

Beim ersten Date lässt sich sicherlich noch nicht feststellen, welchen Zwängen das attraktive Stück Dir gegenüber unterworfen ist, doch nach dem dritten gemeinsamen Abend sollte Dir schon auffallen, was eigentlich zu seinem Leben alles dazu gehört. Ist es der lässige Whisky, der noch vor dem Begrüßungskuss eingeschenkt wird oder das permanente Abfragen der Chat-Nachrichten? Braucht er vor dem Schlafen gehen immer einen Joint und ist Dir vielleicht schon aufgefallen, dass er ohne Poppers nie einen hoch bekommt? Teste Deinen künftigen Lebenspartner und kipp Dir den kompletten Whisky selbst hinter die Binde. Schütte sein Gras ins Klo und trenne heimlich die Internetverbindung. Vielleicht fällt es ihm während Deines Besuchs nicht auf. Es könnte aber auch sein, dass er die ganze Nacht vor dem PC verbringt und hektisch telefoniert, um die Kiste wieder in Gang zu bringen. Oder er rennt zur nächsten Trinkhalle und anschließend zum Dealer. Möglicher Weise wälzt er sich auch schlaflos neben Dir und der Versuch den fehlenden Joint mit erfülltem Sex zu kompensieren, funktioniert nicht mehr, weil das nüchterne Ding trotz Cockring nicht mehr stehen will. Alles Faktoren die auf ein Suchtproblem hinweisen, das der Laie nicht so einfach lösen wird. Sei Dir darüber im Klaren, was es bedeutet einen Junkie, Alkoholiker oder einen Internetsüchtigen zu Hause zu haben. Entscheide rechtzeitig ob Du Deine Energie in die gemeinsame Beziehung stecken möchtest oder einen erfolglosen Kampf mit seinen Problemen führen magst.

9. die besten Freunde

„Zeig mir Deine Freunde und ich sage Dir wer Du bist“ – ein sehr altes Sprichwort, das um die Frage „Und will ich die ständig in meiner Wohnung haben“ erweitert werden sollte. Versuche so schnell wie möglich seine Freunde kennen zu lernen, denn die geben ein gutes Bild dessen, was Dich künftig erwarten wird. Kannst Du sie nämlich nicht leiden, ist der Grundstein zur Scheidung schon gelegt. Es sei denn, Du hast kein Problem mit Einladungen zu Geburtstagen, die dich nicht nur desinteressieren sondern auch noch langweilen. Nichts ist schlimmer als in der Disco allein da zu stehen, während sich Dein Mann mit fragwürdigen Individuen amüsiert. Hinzu kommen leidige Diskussionen darüber, weshalb Du seine Kumpels nicht magst, die selbstverständlich nur mit Zoff enden werden. Schon mal Bauchschmerzen gehabt, weil Besuch ins Haus steht und Du weißt, dass die drogenabhängigen Kumpanen wieder mal Deinen erlesenen und teuren Weinvorrat mit Cola gestreckt vernichten werden und Du nichts dagegen tun kannst? Gleichermaßen misstrauisch solltest Du auch werden, wenn sich raus stellt, dass Dein Neuer gar keine Freunde hat. Das lässt ganz bestimmt auf soziale Inkompetenz schließen, die mit Ficken nicht wett zu machen ist und wenn überhaupt, nur noch durch eine Psychotherapie behoben werden kann. Traust Du Dir das zu?


10. der Sex

Da sind wir nun beim homosexuellen Number-One-Kriterium der Stein- und Neuzeit. Wenn der sexuelle Akt wirklich so wichtig für eine funktionierende Beziehung ist, dann solltest Du die Finger vom Kerl lassen, wenn die Vögelei auch beim dritten Date nichts weiter als Kreuzschmerzen brachte. Ja ja, er hat einen tollen Charakter und sieht super aus, aber sein Schwanz ist Dir viel zu groß und er kommt schon bevor Du Dich ausgezogen hast. Finger weg davon oder macht gleich aus, dass ihr eine offene Beziehung haben werdet. Genauso kann sich der Sado-Maso-Anhänger die Mühe sparen, wenn das Objekt seiner Begierde sein neues Andreaskreuz zurück an die Bahnschranken schleppt und die Gummifäuste angewidert bei Ebay verhökert. Sex sollte Spaß machen und auf einem annähernd gemeinsamen Level satt finden. Nachlassen wird er früh genug, deshalb sollte die mehr oder weniger lange Zeit, die bis dahin bleibt genutzt werden, um Spaß zu haben. Außerdem hilft die gemeinsam gelebte Intimität Vertrauen zu schaffen und eine Basis zu schaffen, auf der wichtige Beziehungsfragen reifen können.


Fazit

Es gibt viele wissenschaftliche Untersuchungen darüber, wer für wen der richtige Partner ist. Zahlreiche TV-Sendungen beschäftigen sich mit der Partnersuche und zwingen Singles in die abenteuerlichsten Situationen. Trotzdem stellt sich jedermann die Frage, was zu tun ist, um das lang ersehnte Glück endlich zu finden. Auch dieser Artikel verrät kein wirklich funktionierendes Geheimrezept. Aber es gibt einen Tipp, den viele glückliche Paare bestätigen: „Sucht Euch jemanden, der Euch ansatzweise ähnlich ist!“ Wer seine Energie in Diskussionen und Streitereien um den Alltag stecken muss, wird nicht nur ganz schnell die Lust verlieren, sondern auch den Partner. Warum soll man sich die Nerven im Streit über Leberwurst oder ein Möbelstück ruinieren, wenn man seine Energie für einen tollen Tag nutzen kann, der Spaß bringt , Liebe lebt, Zuversicht erlaubt und gemeinsame Pläne gedeihen lässt? Drum prüfe wer sich ewig bindet.
15.2.08 15:10


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Homosexualität in der Schule

Homosexualität in der Schule
Der schwierige Spagat zwischen Tabu und Aufklärung


An der Tafel steht es geschrieben: „Müller ist ´ne schwule Sau“. Für den brutal geouteten jungen Mathelehrer Müller ist das Abspulen des Unterrichts nicht mehr drin, also fängt er an zur Klasse zu reden und erzählt von seiner Jugend, der unerwidert gebliebenen Liebe zum einstigen Schulkameraden und geschockten Eltern. Müllers halbstündiger Monolog hat kein Happy End. Doch was der Lehrer seinen Schüler sagen will, lässt die ansonsten gelangweilten Kids aufhorchen: „Habt keine Angst über Eure Gefühle zu reden.“
„Coming out“ heißt das Theaterprojekt, welches seit einem Jahr Lehrern und Schülern die Angst vor dem Thema Homosexualität in der Schule nehmen soll. Ein Ansatz mit Berechtigung wie deutsche und internationale Studien an Schulen immer wieder bestätigen. Besorgniserregende Ergebnisse ermittelte die jüngste österreichische Studie „out in der Schule“, die Ende vergangenen Jahres veröffentlicht wurden. Dort gaben immerhin 17% der Befragten an, dass mitunter die homophobe Schulsituation Grund für ihren Suizidversuch gewesen ist. Für ganze 5% war es sogar der einzige Grund sich das Leben nehmen zu wollen. Derart dramatische Zahlen liegen für Deutschland nicht vor. Schüler und Lehrer scheinen es in unserer Gesellschaft etwas leichter zu haben und unterliegen einem „nur“ vier Mal höherem Suizidrisiko als der Rest der Bevölkerung. Trotzdem und gerade deshalb ist auch hier Vorsicht geboten, wie ein

Blick auf den Pausenhof der Schüler bestätigt.

Vertraut man diversen Studien sieht es an Deutschlands Schulen mit dem Wissen um Homosexualität ziemlich schlecht aus. Immerhin glaubten 2003 noch 11% der Schüler, dass es sich um eine Krankheit handeln würde. Auch die mangelnde Aufklärung zum Thema führt in den meisten Fällen zur Bestätigung bestehender Vorurteile. So werden schwule Schüler immer noch in vielen Fällen öffentlich als Schwuchteln und Arschficker bezeichnet und der gemeine Heteroschulkamerad geht davon aus, dass es die Schwulen immer nur von hinten machen. Das bestätigt auch Arne. Der Berufsfachschüler weiß, dass seine Schulkameraden von Einst nicht wussten, was schwul sein bedeutet, denn auch die Lehrer können nichts dazu sagen. „Da sie selbst nicht viel über das Thema Homosexualität wissen, wird es von den Lehrern tot geschwiegen oder sie sehen einfach weg. Den meisten war es sogar unangenehm darüber zu reden.“ Dass es sich bei dem Thema um einen Lebens verändernden Aspekt handelt, an dem viel mehr hängt als nur ein Gummi überm Schwanz, wird erst mit einer höheren Schulbildung oder steigender persönlicher Lebenserfahrung wahrgenommen. Eine zum Teil schmerzliche Erfahrung auch für Patrick aus München, der sich schon in der Hauptschule geoutet hatte. „Ich wurde sehr oft dumm angemacht, als Arschficker bezeichnet und auch gemobbt. Schnell wurde ich zum Außenseiter, wobei meine Freunde Gott sei Dank zu mir gehalten haben.“ Ähnlich erging es auch dem Hauptschüler Flo. „Einmal wurde ich von vier Schülern brutal zusammengeschlagen, angespuckt und als Arschpopper beleidigt.“
Kein Wunder also, dass sich die meisten schwulen Schüler erst zum Ende ihrer Schulzeit hin outen und damit sehr viel bessere Erfahrungen machen, so wie der 19jährige Flensburger Timo, der sich in der Schulpause Freunden gegenüber geoutet hatte und die nächste Schulstunde zum öffentlichen Bekenntnis nutzte, noch bevor die Neuigkeit ihre Runde machen konnte. „Alle haben geklatscht und auf die Tische geklopft, als ich es gesagt hatte! Und als wäre es abgesprochen gewesen, haben fast alle im Chor gesagt: "Wir bewundern dich für Dein Selbstbewusstsein! Wir haben dich lieb!". Selbst die Jungs sagten das! Das fand ich so toll, dass ich vor Rührung weinen musste.“
Ist man geoutet hört das Spießrutenlaufen an deutschen Schulen oftmals auf, bestätigt der Realschüler Meik aus Wolfsburg. „Mach das Outing einfach. Dann weißt du mit wem du dich noch unterhalten kannst. Der Rest macht sich von ganz allein aus dem Staub. Außerdem lässt es sich um einiges leichter leben.“ Ähnlich sieht es auch der 19jährige Alexander: „Die Beschimpfung "Schwuler" hörte auf, nachdem ich mich geoutet habe, außerdem gehe ich jetzt aufs Gymnasium und da sagt man so etwas nicht mehr.“ Eine Höhere Schulbildung und gut situierte Eltern sind trotzdem kein Garant für gutes Benehmen, wie der 18jährige Johannes, Gymnasiast aus Nordrhein-Westfalen leidvoll erfahren muss. „Einmal wurde ich beim Halten eines Referates durch Ausrufe wie Schwuchtel und Tunte unterbrochen. Meine Lehrerin hat es einfach ignoriert.“ Man muss also vorsichtig sein und einen derart wichtigen Schritt immer gut überlegen. „Beobachtet euer Umfeld ganz genau, um euch nicht voreilig zu outen. So etwas braucht viel Zeit und sollte erst dann gemacht werden, wenn man sich selbst so akzeptiert, wie man ist und damit auch selbstbewusst in die Öffentlichkeit treten kann. Somit lassen sich auch negative Sanktionen von einigen Menschen erdulden“ sagt der Realschüler Stefan, trotz guter Erfahrungen nach seinem Outing.
Auch die Angst vor den Lehrern ist im Schulalltag weitest gehend unbegründet. Nicht zuletzt auch dadurch, dass ein Lehrkörper sich dem Gleichheitsgrundsatz verschrieben hat und es ihm von Gesetzes wegen verboten ist, Schüler aufgrund ihrer Sexualität, Religion etc. ungleich zu behandeln. Das weiß auch der 17jährige Tim. Er hatte seinen Lehrer auf der man dance Party in Essen getroffen und sich bei ihm darüber beklagt, dass er trotz des gegenseitigen Wissens um die Homosexualität keine Eins in der letzten Klassenarbeit bekommen hätte. „Tja mein Lieber, einen Schwuppenbonus gibt es bei mir nicht“ war die Antwort. So locker gehen aber nicht alle Lehrer mit dem Thema um. So hörte Tim von einer anderen Lehrerin, die ihn zwang den weiblichen Part in einem Dialog vorzulesen „Tim, wir wollen doch der Wahrheit ins Gesicht blicken.“
Tatsächlich besteht an Deutschlands Schulen nach wie vor ein großer Aufklärungsbedarf in Sachen Homosexualität sowohl bei Schülern als auch bei Lehrern. Betroffene Schüler übernehmen diesen Job während oder nach ihrem Outing und machen gute Erfahrungen damit.

Der Blick ins Klassenzimmer und die Lehrpläne in Sachen Homosexualität


ist kompliziert. Zwar wurde am 15. Juni 2005 der Antrag „ bei den Bundesländern darauf hinzuwirken, dass Themen wie „Sexuelle Orientierung“ in den Lehrplänen verankert werden, in die Rahmenrichtlinien für die Ausbildung aller pädagogischen sowie sozialarbeiterischen Berufe einbezogen werden und, sofern dies bereits geschehen ist, sich für die aktive Umsetzung einzusetzen.“ (dt. Bundestag, Drucks. 15/5691) gegen die Stimmen von CDU/CSU angenommen und in vielen Bundesländern auch umgesetzt, trotzdem ist die Vermittlung des Themas Homosexualität zwar vorgesehen, doch die Art und Weise und den Umfang bestimmt nach wie vor der Lehrer. So wird zum Beispiel die Anfrage „ob das Thema Homosexualität in den Lehrplänen verankert ist als auch Form und Umfang“ von Simone Tülle im Bayerischen Landtag vom November 2006 wie folgt beantwortet: Gemäß den Richtlinien für Familien und Sexualerziehung an bayrischen Schulen gehört der Themenbereich Persönliche und soziale Aspekte der Homosexualität zu den Unterrichtsinhalten ab Jahrgangsstufe 9 an Hauptschule, Realschule und Gymnasium.“ Verantwortlich für die Umsetzung ist allerdings der Lehrer „Der zeitliche Umfang wird von den Lehrplänen nicht für Einzelthemen festgelegt. Darüber entscheidet jede Lehrkraft in eigener pädagogischer Verantwortung.“ Immerhin – denkt sich da der Leser, wenn er auf entsprechende Anfragen anderer Bundesländer Bezug nimmt. So wurde im Thüringer Landtag die Frage wie Pädagogen auf den Umgang und die Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität an Thüringer Schulen vorbereitet werden, im Oktober 2005 folgendermaßen beantwortet: „Mit Verweis auf die Verfassung des Freistaates Thüringen und die im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland formulierten Grundrechte ist eine spezielle Vorbereitung von Pädagogen auf das Thema Homosexualität und seine verschiedenen Facetten an Thüringer Schulen nicht erforderlich.“ Ähnlich sieht es auch in anderen Bundesländern aus, wo das Thema Homosexualität allenfalls mit HIV gleichgesetzt wird und die Aufklärung durch Lehrer merkwürdige Züge annimmt, wie der 17jährige Tim, Gymnasiast aus NRW berichtet. „An meiner Schule wurde zum Thema HIV ein Film über Schwule gezeigt die sich auf einer CSD-Partyveranstaltung beim Sex den Virus holten und dann langsam vor die Hunde gingen. Damit war das Thema HIV und Homosexualität gegessen.“ Dass es nicht bei optionalen Empfehlungen für Religion, Ethik, Biologie etc. bleiben muss und es positive Umsetzungen des Themas gibt, haben die Bundesländer Hamburg und Schleswig Holstein gezeigt. Die Hansestadt etwa hat 2003 die Broschüre "Gleichgeschlechtliche Beziehungen" in die Schulen gebracht. Eine offizielle Handreichung und eine Verpflichtung für die Lehrer, das Thema in verschiedenen Fächern anzusprechen. In Biologie sollen die sexuellen Fakten rüberkommen. Geschichte soll deutlich machen, welchen Diskriminierungen Schwule von jeher ausgesetzt waren. Und Deutsch kann dazu dienen, den Schülern die Wege deutlich zu machen, die Menschen auf der Suche nach ihrer Sexualität gehen. In Sachen Homosexualität geht es nämlich nicht nur um biologische Fragen und Fakten, sondern auch um die sozialpsychologischen Fragen von Sexualität. Doch die Beantwortung entsprechender Fragen fällt sehr auch schwulen Lehrern schwer, wie

der Blick ins Lehrerzimmer

zeigt. So habe die meisten schwulen Lehrer kein Problem sich den Kollegen gegenüber zu outen. Doch wenn es um die Schüler geht, sind die Kollegen vorsichtig.
Hans-Jürgen, der an einem Frankfurter Gymnasium unterrichtet sieht jetzt relativ gute Chancen sich zu outen, was an der Schulform liegt, wie er versichert. So sei ein Outing an Haupt- oder Realschule fast ein Ding der Unmöglichkeit. Sozialer Hintergrund, Ausländeranteil, Religion und Bildungsniveau an der Schule sind Faktoren, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen und für erhebliche Probleme sorgen können. Durch die Blume hat sich Hans-Jürgen nach ein paar Monaten gegenüber zwei Kollegen geoutet, die kein Problem mit seiner Sexualität haben und so hofft der 38jährige, dass es mit der Zeit alle Kollegen wissen werden. Ganz anders sieht es mit einem Outing gegenüber Schülern aus. „Es handelt sich um eine große Masse, die man nicht kontrollieren kann und deren Reaktionen nicht vorhersehbar sind. Kollegen könnte man zur Not auch aus dem Weg gehen, nicht aber den Schülern.“
Deshalb ist es für den Mathelehrer auch wichtig, dass zuerst die Kollegen bescheid wissen. Sollten ihn Schüler eines Tages anfeinden, könnten Kollegen das Thema Homosexualität in anderen Fächern behandeln und ihm dadurch Hilfestellung zukommen lassen. Doch noch ist er nicht lange genug an der Schule, um sich dieser Herausforderung stellen zu können. „Wenn ich mich jetzt outen würde, wären die Vorurteile größer als das Verständnis. Die Schüler müssen mich erst mal kennen lernen – auch als Vertrauensperson.“ Nach wie vor ist die Angst bei schwulen Lehrern vor dem Thema groß. Deshalb bietet das Waldschlösschen in Hannover dazu auch immer wieder Seminare zum Thema an, denn die Ängste sind breit gefächert. So vermeiden es Lehrer mit einem Schüler allein in einem Raum zu sein, um nicht angreifbar zu sein. Andere finden keine Akzeptanz bei Kollegen oder der Schulleitung. Wieder andere berichten, dass Schülerinnen bei schlechter Benotung davon ausgehen, dass der schwule Lehrer eben keine Mädchen mag. Aber auch Fragen, wie es sich mit der Vermittlung des Themas Homosexualität im Unterricht verhält stehen auf der Tagesordnung. Denn schwule Lehrer haben auch Angst das Thema aufzugreifen, weil sie ein unfreiwilliges Outing befürchten oder andere Faktoren in Vordergrund stehen, wie es der Frankfurter Englischlehrer eines Gymnasium Thomas sieht: „Ich werde nicht zwingend ein schwules Thema aufgreifen, weil sonst die Schüler die ihn eh nicht mögen sagen würden: Toll jetzt serviert uns die Schwuchtel auch noch ihre Themen.“ Trotzdem muss das Thema an deutschen Schulen dringend mehr Aufmerksamkeit erfahren. In einer Berliner Studie aus dem Jahr 2003 hielten immerhin 24% der Befragten Homosexualität für eine abartige Form der Sexualität. Wie Homosexualität als Lehrstoff vermittelt werden kann, zeigt die im Internet zum Download bereit stehende Broschüre „Homosexualität – Ein Thema für Jugendhilfe und Schule“. Lehrinhalte, Lernziele, Methoden und Übungen ergeben zusammen mit Textbausteinen zu den Themen Homosexualität und Gesellschaft, Lebenssituation von Schwulen, Lesben und Bisexuellen oder Das Coming-out, wertvolle Hilfen zur Stoffvermittlung.

Lehrer Müller blieb im Theaterstück „Coming out“ ein Happy End verwehrt. Wie ihm geht es in Deutschland vielen Lesben und Schwulen an unseren Schulen, ganz gleich, ob es sich um Lehrer oder Schüler handelt. Alle haben das Recht ohne Ausgrenzung, Angst und Benachteiligung zu lehren oder lernen zu dürfen. Was in der Politik, der Gesellschaft mittlerweile immer leichter möglich ist, scheint im Schulbetrieb nach wie vor ein Tabu zu sein. „Die Schule hinkt der gesellschaftlichen Entwicklung mindesten zehn Jahre hinterher“ meint Peter Ruch vom pädagogischen Institut der Stadt München (siehe Interview). Es dürfte noch ein langer und unbequemer Weg sein, bis auch in der Schule die eigene Sexualität keine Bedrohung mehr darstellt, sondern ein Stück Identität bedeutet. Sollte das nicht gelingen, könnte auch hierzulande jemand auf die Idee kommen, dem amerikanischen Beispiel der „Harvey Milk School“ in Manhattan zu folgen und eine Klasse nur für lesbische und schwule Schüler zu eröffnen. Ein solcher Schritt in die Zukunft würde dem Weg in die Vergangenheit folgen: Zurück ins Ghetto.
15.2.08 15:10


Los lassen

Loslassen

Ab wann hat man Stärke bewiesen, Kampfesgeist gezeigt und genügend Willen aufgebracht um das Segel in den richtige Wind zu halten? Wann sollte man den Verstand einschalten und sich fragen, ob man mit aller Gewalt etwas durchsetzen will, das eigentlich wunderschön wäre aber vielleicht vom Schicksal nicht gewollt ist und es für zwei Persönlichkeiten besser wäre sich nicht aneinander aufzureiben, weil der Strang an dem man ziehen will, unweigerlich zerreißen wird. Wäre es nicht besser als Freunde durchs Leben zu gehen, wenn die eigenen Normen nicht erfüllt werden können, wenn man dadurch an Stärke gewinnt und der verlorene Spaß zurückkehrt, weil man keinen Erwartungen mehr entsprechen muss, die offensichtlich nicht erfüllt werden können? Ist Liebe ein krampfhaftes Festhalten oder kann Liebe auch das Los lassen sein, wenn Toleranz und Akzeptanz, Ideale und Tatsachen, Wunschvorstellungen und Realität nicht in eine Schachtel passen wollen.
Kann Liebe nicht einfach auch nur „Erkenntnis des eigenen Ichs“ bedeuten, auch wenn diese nicht in die gewünschte Richtung geht?
Los zu lassen ist ein Prozess, ist schwer und tut vor allem auch weh. Selbst wenn es dann nach vielen Gesprächen und erfolglosen Versuchen so weit ist, stellt sich das Gefühl des wieder atmen könnens doch nur sehr langsam ein. Freiheit, die nicht begeistert und aufmuntert. Freiheit, die auch ein wenig bedrückt, Ängste schürt, Einsamkeit nährt, neue Fragen aufwirft und verletzt, wenn der Ex sein erstes Date hat.
Ein Zustand der die Selbstreflektion der vergangenen Monate wieder in Frage stellt. Ein Zustand so normal wie außergewöhnlich. Ein Zustand der dazu gehört, wie das schmerzhafte Auswaschen von blutenden Wunden. „Schön wenn der Schmerz nachlässt“ und die Normalität wieder die Oberhand gewinnt und das Lächeln Teil des eigenen Ausdrucks wird. Schön wenn man sich wieder ohne Tränenschleier in die Augen sehen kann. Schön, wenn Lebenslügen das Tageslicht erblicken und sich selbst sein dürfen. Schön wenn der morgen danach den Sonnenaufgang zu einem neuen Lebensabschnitt bereit hält und die friedliche Stimmung Teil Deiner selbst wird.
Loslassen bedeutet auch ein Ja zu Dir, auch wenn das Nein zu uns im Vordergrund steht.
Loslassen ist auch die Kunst die Konsequenz der Selbstreflektion zu ertragen, zu leben und sie als Teil der eigenen Charakteristika zu akzeptieren und wenn Du mich halten willst – dann lass mich erst mal los!
6.11.08 17:40


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Brief an den Redakteur Hechler, der f?r Report aus Mainz einen Beitrag zum sogenannten Barebacking unter Schwulen erstellt hat.


Lieber Herr Hechler,

soeben habe ich im www. Ihren Beitrag zum sogenannten barebacking unter den Schwulen gesehen und mich spontan dazu entschieden, Ihnen ein paar Zeilen zum Thema zukommen zu lassen ? quasi unter Berufskollegen.
Zun?chst m?chte ich anmerken, dass der Beitrag durchaus gut ist und seine Richtigkeit hat. Allerdings gibt es doch ein paar ?Aber?, zu denen ich gerne Stellung beziehen m?chte.

- Das Ansteigen der HIV-Infektionen um ?ber 30% ist nicht nur allein den Schwulen zu verdanken, auch wenn sie die Mehrheit bilden. Was im Beitrag fehlt ist der Bezug zu den Heten, die nach wie vor mit HIV nichts am Hut haben und sich zum gr??ten Teil eben nicht sch?tzen. Es gibt zwar keine Bareback-Parties (zumindest nicht offiziell), aber Swinger Clubs erf?llen so ziemlich denselben Zweck. Dort wird auch nicht darauf geachtet (wie auch?) dass wirklich jeder ein Kondom benutzt. Noch schlimmer ist es, wenn man sich die Jugendlichen von heute anschaut. Die haben nach wie vor keine Ahnung. Das wird Ihnen jeder Streetworker best?tigen, der in Schulen unterwegs ist. Somit wird der Beitrag leider folgenden Nebeneffekt haben:
Die Schwulen werden wieder mal als die Virenschleudern der Nation dargestellt und in ein Licht ger?ckt, das den meisten Schwulen nicht gerecht wird, denn aktive Barebacker sind zwar im ?berma? vorhanden, aber lange nicht die Mehrheit.

- Wie im Beitrag von der Deutschen Aids-Hilfe geschildert, halte auch ich nichts von Verboten, denn die Menschen sind alt genug, um zu wissen was sie tun. Und das ist auch einer der Knackpunkte. Jungs die auf eine Bareback-Party gehen, wissen was dort geschieht und sind sich der Gefahren bewusst. Dass bereits infizierte Personen dem Barback-Kult fr?hnen kann bei n?chterner Betrachtungsweise nicht verurteilt werden. ?Was habe ich schon noch zu verlieren? ist ein Gedanke, der sich jedem aufdr?ngen mag, der krank wird. Ich teile diese Betrachtungsweise zwar nicht, denn es gibt jede Menge was man verlieren kann. Hier w?re allerdings auch eine Aufkl?rung von N?ten, die begreiflich macht, dass es eben Mehrfachinfektionen gibt, dass Resistenzen aufgebaut werden und jede Menge weiterer Krankheiten ein angegriffenes Immunsystem ?belst sch?digen k?nnen. Dem sind sich viele nicht bewusst ? anderen ist es egal, denn Ihre Zeit ist sowieso begrenzt ? also gilt es eben nur noch Spa? zu haben. Kann man ein solches Denken als gesunde Person verurteilen? Ich denke nicht, denn wenn man selber krank wird, sieht die Welt eben anders aus. Und Fakt ist: Zum Barebacking geh?ren zwei und es wird niemand gezungen. Allerdings gibt es in der Szene immer wieder folgenden Satz, der auch f?r mich sehr erschreckend ist:
?Also wenn er krank w?re, w?rde er mich doch sch?tzen!? und in der Umkehrung h?rt man dann. ?Also wenn er gesund ist, brauchen wir ja keinen Gummi?. Dieses Denken findet meistens im heimischen Bett statt und die meisten haben mit der Bareback-Szene nicht wirklich was am Hut. Sondern es ist das Unwissen, die Ignoranz und leider oft auch die romantische Atmosph?re, die jegliches logisches Denken ausschaltet.

- Ein weiterer Punkt ist, und da m?sste die Aufkl?rung ansetzen, dass die jugendlichen Schwulen von heute niemanden mehr sterben sehen. Es geht doch allen gut und wir sind nur noch von Pillenfressern umgeben, die blendend aussehen und sich um nichts mehr Sorgen machen m?ssen. Dass irgendwann die Leber und die Nieren schlapp machen, scheint nicht zu interessieren bzw. wissen es die jungen Leute einfach auch nicht. Und was es bedeutet jeden Tag zu festen Zeiten Pillen nehmen zu m?ssen, kann niemand wirklich nachvollziehen. Das ist eines der gr??ten Probleme. Meine Altersstufe (39) war 18 als der Virus bekannt wurde. Als ich Jahre sp?ter nach Berlin kam, starben die Menschen wie die Fliegen und herzerweichende Filme wie Philadelphia r?ttelten nur kurzfristig auf. Damals hat man den Leuten angesehen ob sie krank sind oder nicht (zumindest in einem gewissen Stadium der Krankheit). Wer mehrere Freunde zu Grabe getragen hat, der sch?tzt sich heute, bzw. versucht es. Das ist ein Faktor, der heute nicht mehr da ist. Wir haben eine Zeitgeistkultur in der es immer nur noch darum geht mehr Spa? zu haben. Der Alltag ist hart genug mit schlechten Jobaussichten, wenig Geld in der Tasche und einer Politik die nicht funktioniert. Was bleibt sind geile Parties mit vielen Drogen und noch mehr Sex. Und wenn ich krank werde, dann fress ich halt ein paar Pillen ist doch egal ? so das Denken von vielen.

- Also vor ein paar Monaten in New York ein sogenannter Superkiller-HIV-Virus aufgetaucht ist, hat sich die Aidshilfe in weiten Teilen Europas und den USA sogar gefreut, weil etwas da war, das die Schwulen aufhorchen lies und Angst und Schrecken verbreitet hat. So zynisch es klingt aber es scheint, dass nur ein solches Ereignis hilft, den Leuten den Kopf zu waschen. Unabh?ngig ob sie Schwul oder Hetero sind. In den kommenden Jahren werden sich weltweit mehr als 20 Millionen Menschen neu infiziert haben. Was getan werden muss ist aufzuzeigen, was das bedeutet in all seinen Konsequenzen und mit drastischen Mitteln. Die Aidshilfe hat Recht, wenn sie sagt, dass Verbote nicht helfen, weil es das Bewusstsein nicht ?ndert und die Parties im privaten Rahmen statt finden und das sind viel viel mehr, als die paar Clubs in Berlin und anderen St?dten. Wir brauchen eine Aufkl?rungskampagne die nicht mehr unterscheidet zwischen Schwulen und Heten, sondern den Leuten drastisch vor Augen f?hrt, was HIV nach wie vor bedeutet.

- Ihr Beitrag ist im Ansatz vielleicht richtig und es gibt nichts zu meckern, aber er erreicht leider nicht die Menschen die er ansprechen sollte sondern gibt den Hetros wieder Nahrung und schiebt die Schwulen in eine Ecke, wo die meisten nicht hin geh?ren. Ich w?rde mich freuen, wenn es gel?nge eine Aufkl?rung zu starten, die am Bewusstsein r?ttelt. Dazu w?ren auch ?unser? Auftraggeber das TV gefragt. Und vielleicht fragen Sie sich mal mit gesundem Menschenverstand wieviele negative Schwule auf eine Barebackparty gehen. Machen Sie doch mal einen Beitrag ?ber die ganzen Gest?rten, die sich absichtlich anstecken wollen und ?ber all die Bisexuellen, die bewusst auf safer Sex verzichten, um Tags darauf wieder mit Mutti in die Kiste zu h?pfen, die sich sicherlich schwer wundern w?rde, wenn der langj?hrige Gatte einen Gummi benutzen will. ...... Sie suchen Sensationen? - dann suchen Sie bei den Heten und Sie werden ihr blaues Wunder erleben! Vielleicht sehen Sie auch irgendwann die Sensation darin, dass die Pharmaindustrie Millionen von Menschen mit HIV einfach verrecken l??t, weil nicht genug Bares flie?t. Sie sollten Anfangen richtig zu recherchieren und nicht ein paar Jungs verurteilen, die mit ihren Parties per se schon zum Ausdruck bringen, dass sie positiv sind und unter einander Spa? haben. Fragen Sie mal Ihre Freundin oder Ihre Frau, wie oft sie mit anderen Gummis benutzt hat - ich sch?tze es wird eine interessante Antwort geben. Und wie oft haben Sie selbst gefragt: Du nimmst doch die Pille? oder gar doch "Wir nehmen doch auf jeden Fall nen Gummi oder?".


5.12.05 20:42


Rauchfrei

Rauchfrei

Nein, ich rauche keine Kr?uterzigaretten und leide auch nicht tagt?glich am K?rper und Hirn zerfressenden Entzug. Ich stopfe keine Gummib?rchen in mich rein und bet?ube den Gaumen auch nicht mit zu Tode gesalzenen Erdn?ssen, die sich hartn?ckig an den H?ften festmachen. Nein, liebe Nichtraucher, die ihr Euch an meinem Ungl?ck weiden wollt ? weder das Eine noch das Andere.
Nur manchmal, wenn sich der gute Rotwein durch den Magen sp?lt und den Weg f?r ein noch blutiges T-Bone Steak bereitet hat, welches vom Salat verfolgt und von Pommes bedeckt zur Verdauung ruht, dann ? ja dann schreit das Kleine HB-M?nnchen im Hirn, dass es gerne eine rauchen w?rde. Doch auch diesen Kampf kann ich ohne gro?e Verluste zu meinen Gunsten entscheiden. Ich tue es einfach nicht.
Nach 26 Jahren t?glichem Zigarettengenuss bin ich ohne Plan und ohne Ziel am 2. Januar mit pfeifender Lunge aufgewacht und dachte ?ich will nicht mehr?. Ich h?tte nicht gedacht, dass dieser Moment eines Tages kommen w?rde. Eigentlich dachte ich dar?ber nach noch ein Jahr zu rauchen und an meinem 40sten Geburtstag aufzuh?ren. Sp?testens dann habe ich ein Alter erreicht, in dem eine Regeneration ? egal von was ? bestimmt nicht mehr so einfach ist, wie mit 20? so dachte ich mir. Au?erdem musste ich an die 14 Krebserkrankungen in meiner Familie denken. Fast alle endeten t?dlich zwischen 50 und 65. Alle waren sie Raucher. Nun denn, so werfe ich jetzt tagt?glich meine 4 Euro in ein Sparschwein und hoffe konsequent damit zu sein, denn dann habe ich mit 40 ein h?bsches S?mmchen Geld zusammen, womit ich meinen Eintritt ins Altenteil begie?en und bereisen kann (schluchz).
Bis es soweit ist, wird sich ja noch so mancher Glimmst?ngel in Rauch aufl?sen. Ich hoffe auch weiterhin von Versuchungen und Bed?rfnissen verschont zu bleiben und bin optimistisch. Das einzig wirklich nur schwer beherrschbare komische Gef?hl ist die Tatenlosigkeit der H?nde und das verkrampfte Rumliegen auf dem Sofa. Immer wieder stell ich mir die Frage ?Wohin mit meinen H?nden?? Ich wei? es nicht und klemme sie weiterhin unter die Arme. Eine Feuertaufe muss ich allerdings noch bestehen. Ich war seit der letzten Zigarette noch nicht wieder aus. Noch keine weitere Disco- und Kneipennacht hinter mich gebracht, noch nicht wieder qualmend am Tresen gestanden. Ein Bier ohne Zigarette..geht das denn? Ich werde sehen und lass mich ?berraschen. Ich werde mich nicht schinden und qu?len. Was geht das geht und wenn es nicht funktioniert, dann eben nicht, was solls.
So ?..dann dr?ckt mir die Daumen!
?WAS?? WAS MEINST DU MIT: ICH SEI IN LETZTER ZEIT SO AGRESSIV? Soll ich Dir aufs Maul hauen Alter? Red nicht so nen Schei? daher! Wo zum Teufel find ich hier endlich Schokolade?...?
6.1.06 17:31


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