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Leserstimmen

Dass aus einem Blogg auch ein sehr spannendes und emotionales Buch werden kann, hat der Journalist Mario Dieringer mit seinem Buch "weekendsex" bewiesen. Ausdrucksstark und mit intensiven Gefühlen berichtet er von Menschen, die im Internet ihr zu Hause habe und sich von Zeit zu Zeit mit potentiellen Partnern daten. Er berichtet von der Enttäuschung und der Respektlosigkeit, in der im wirklichen Leben miteinander umgegangen wird. Schonungslos ehrlich und tiefsinnig beschreibt der Autor, was passiert, wenn nicht mehr der Chatroom zur Gemeinsamkeit wird, sondern die eigene Wohnung ein Dach für Zwei stellt.
Entstanden ist das Buch weekendsex, durch die Aufforderungen anderer Blogger ein Buch zu schreiben. Dies hat er gemacht. Leseproben finden sich auf seiner Website www.mario-dieringer.de. Das Buch bekommt man online bei Amazon oder Libri.

... möchte nicht zu voreilig etwas darüber sagen, habe aber schon mal deine gedichte gelesen und mir sind dabei die tränen gekommen... ich bin noch etwas durch den wind, über die wortgewalt der einzelnen gedichte, einfach nur wunderschön! wunderschön traurig, wunderschön ehrlich...

…gestern ist "Das Buch" bei mir eingetroffen, und schon heute sind meine Augenringe ein wenig tiefer als sonst. Zuletzt ist mir sowas bei Armistead Maupin's "Tales of the city" passiert.

…LEIDER...viel zu schnell durchgelesen :-))

…Es war alles dabei! Ich habe gelacht, getrauert, gestaunt, mich in vielen Sachen wieder erkannt, aber vor allem SEHR viel nachgedacht. Und dabei festgestellt, wieviel Wahres doch in den kleinen Texten steckt.

…Deine Texte machten mich oft nachdenklich und ich wußte manchmal nicht, ob ich lachen oder weinen sollte.

…Vielen Dank für´s aus der Seele sprechen. Als Berliner finde ich, daß Du den Nagel auf den Kopf getroffen hast…

… ich war begeistert...und zuweilen sogar gerührt... besonders das kapitel "sebastian" hat mir sehr gut gefallen und mich zum teil an meine eigene jugendzeit erinnert - nur das ich mich dann doch nicht umgebracht, sondern das beste aus der situation gemacht hab...;o)
...das büchlein war viel zu schnell ausgelesen und man fragt sich hinterher...gibt es noch mehr von dir zu lesen...?

...es bleibt dann einfach nur danke dem autor zu sagen, der aus der alltäglichen beobachtung, die wohl jedem (aufmerksamen) menschen begegnet, eine so wunderbar einfach strukturierte "geschichten-sammlung" zu machen...

…Du schreibst ehrlich, tiefsinnig und Deine Texte sind sehr vielschichtig. Vielen Dank dafür und mach weiter damit….

…Die Geschichten sind manchmal kaum zu glauben und trotzdem findet man sich wieder. Das richtige Leben schreibt eben doch die besten Bücher. Danke dafür …

www.mario-dieringer.de - weekendsex
6.11.08 17:10


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1000 Seemeilen Hölle

1000 Seemeilen Hölle
Ein Ritt durch das gefährlichste Segelrevier der Welt.
Von Mario Dieringer



„Du wirst für eine verdammt lange Zeit so nass sein, dass Du Deine Haut beim Socken ausziehen, abreißt“ beschreibt ein erfahrener Kapitän im 18. Jahrhundert die Reise, durch die Drake Passage. Es dauert nicht lange bis 13 Menschen aus sechs Ländern wissen, dass er Recht zu haben scheint. Am frühen Morgen des 1. Januar 2004, machte sich die Pelagic Australis, mit ihrer 13-köpfige Besatzung auf, das härteste und gefährlichste Segelrevier der Welt zu durchkreuzen. Bis zu ihrem endgültigen Ziel liegen über 1000 See-Meilen vor ihnen. Chile und die Antarktis trennen mindestens 5 Tagesreisen voneinander. Das Ziel der Reise liegt irgendwo in der Antarktis. Wo genau, weiß nur der Kapitän und Eigner des Schiffes, Skip Novak.

Mit jeder Minute werden die Wellen höher und die Schläge des Wassers gegen die Bordwand härter. Der israelische Kameramann Colin und Sulaiman der Palästinenser haben sich schon, 20 Minuten nach Auslauf des Segelschiffes, in die Kojen verabschiedet. Ihr Würgen und Röcheln wird alle Teammitglieder für die nächsten 5 Tage und Nächte begleiten. Wenn sie wüssten, welcher Sturm auf sie zukommt, sie würden vermutlich spontan ins Wasser springen und zurück schwimmen. Die Seekrankheit beweist sich auch in ihrem Fall, als größter Feind der gemeinen Landratte.

Yarden, die 25-jährige Äthiopierin, klammert sich an ihren Sitz, um nicht erneut quer durch die Schiffskabine geschleudert zu werden. Auch sie hat keine Vorstellung davon, wie es sein wird, wenn die 22 Meter lange Segelyacht, zuerst in die wütenden 50er und später in die heulenden 60er eintaucht. Begriffe, die seit Jahrhunderten das Wesen der berüchtigten Drake Passage zwischen dem 55sten und 65sten Breitengrad beschreiben. Hier werden die Winde zum Orkan; entfacht von Hoch- und Tiefdruckgebieten aus Nord und Süd. Es ist so etwas, wie ein beständiges Stelldichein der Naturgewalten. Wenn Götter „Schiffe versenken“ spielen, dann tun sie es ganz bestimmt an diesem lebensfeindlichen Ort.

Mit durchschnittlich 16,5 Knoten oder knapp 30 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit, zerschneidet der messerscharfe Schiffsbug, die mittlerweile 10 Meter hohen Wellen. Das Schiff liegt im 30-Grad-Winkel im Wasser. Aufrecht stehen ist schon lange nicht mehr möglich. Am Tag Drei der Reise, ist es auf dem Schiff ruhig geworden. Die meisten der 13 Expeditionsteilnehmer liegen im Bett. Kaum jemand hat noch die Kraft sich auf den Beinen zu halten, oder sich irgendwo fest zu klammern. Es ist nicht möglich zu kochen. Für den schwingenden Bootsherd ist die Steillage des Schiffes nicht mehr auszugleichen. Skip, der südafrikanische Kapitän und der tasmanische Skipper Stephen, legen vier Stunden andauernde Schichten ein, und steuern das Schiff abwechselnd.

„Wir erreichen jetzt die heulenden 60er“ schreit Skip Novak, der Kapitän und grinst dabei. Er kennt die Gewässer und segelt schon seit vielen Jahren in die Antarktis. Gehen er und sein Skipper über Bord, werden die Mitreisenden sterben, denn es ist für jedermann die erste Tour auf einem Segelschiff. Über Funk bekommt Skip eine weitere Wetterwarnung für die kommenden 15 bis 20 Stunden. 60 Knoten oder 100 Stundekilometer misst der Wind, und die Wellen bäumen sich bis zu 13 Meter hoch auf. Doch das Ende der Fahnenstange scheint noch lange nicht erreicht. Wenn das Schiff von einer Welle in die Höhe geschleudert wird, dauert es meist nicht lange, bis es im freien Fall, auf dem Weg zur nächsten Welle, der Länge nach auf die Wasseroberfläche schlägt. Der infernalische Lärm, der dabei entsteht, macht Angst. Besorgt wandern die Blicke immer wieder zu den Türen und Fenstern, um sicher zu gehen, dass nichts gebrochen ist und womöglich Wasser eindringt. „Die Angst ist unbegründet. Die Pelagic Australis ist ein sicheres Schiff. Es wurde speziell für solche Fahrten konstruiert. Sein Rumpf aus Stahl kann auch die Kollision mit Eisbergen aushalten. Naja, kleinen Eisbergen – sehr kleinen Eisbergen“, erzählt Skip und starrt gebannt hinaus auf das Meer. Sein Grinsen versprüht Zweckoptimismus.

In der Nacht wurde die Luft deutlich kälter und der Geruch von Eis, lässt erwartungsvolle Spannung aufkommen. Um fünf Uhr morgens weckt ein lautes „Eisberg voraus“ das Team. Zu sehen ist noch keiner, aber das Radar zeigt, in einigen Kilometern Entfernung, jede Menge Eis. Von nun an, wird das gesamte Team an Bord eingeteilt und jeder muss mindestens vier Stunden Wache halten. „Wir müssen die Wellen und vor allem die Gischt im Auge behalten“, versucht Skip gegen den heulenden Orkan anzubrüllen. „Es ist sehr schwer die Eisbrocken darin zu erkennen. Trifft uns einer von der Größe eines Autos, können wir uns verabschieden“, erklärt er den jetzt noch mehr verängstigten Männern und Frauen.

Eine Stunde später ist es soweit. Ein Eisberg von der Größe eines Hochhauses treibt in 500 Meter Entfernung an dem Boot vorüber. Majestätisch leuchtendes Eisblau ist eine Farbe, die niemand für möglich gehalten hätte. Selbst der Orkan mit seinen tief hängenden Wolken vermag es nicht, diesen großartigen Anblick und den Moment der Ehrfurcht zu schmälern. Fast starr vor Schreck und Staunen, kleben die Expeditionsteilnehmer an den Fenstern. Zwei von Ihnen haben sich sogar nach draußen gewagt. Doch nach fünf Minuten sind sie wieder in der wärmenden Kabine. Ihre Körper sind klitschnass und eiskalt. Viele Stunden später, schwächt sich der Orkan ab und wird am vierten Tag der Reise zum Sturm mit nur noch 40 Knoten oder 74 Stundenkilometern. Deutlich verlieren auch die Wellen an Höhe. An Bord wird es wieder etwas lebhafter. Colin und Sulaiman bleiben aber weiterhin verschwunden. Nur ihr gequältes Würgen versichert, dass sie sich noch an Bord befinden.

Nach einer vergleichsweise ruhigen Nacht, erreicht die Pelagic Australis am 5. Januar 2004 das erste Etappenziel. Zum ersten Mal scheint die Sonne und die See plätschert dahin, als sei es nie anders gewesen. Die sehr enge Einfahrt zur ringförmigen Vulkaninsel Deception Island meistert der Kapitän ohne Probleme. Wenige Minuten später fällt der Anker geräuschvoll ins Wasser. Noch immer, von jener besorgniserregenden Färbung im Gesicht gezeichnet, schleppt sich Colin unerwartet an Deck. „Was ist passiert? Wo sind wir?“, flüstert er geschwächt. „Du hast es überstanden“, gratuliert Hezi, sein israelischer Landsmann grinsend. „Ich freue mich, dass ich Dich sehen kann und nicht mehr hören muss. Willkommen in der Antarktis.“
21.5.08 12:17


Anthologie – die Schwäbische

Anthologie – die Schwäbische

Eigentlich wollte ich ein schwäbisches Heimatgedicht schreiben doch es ist schwierig sich einen Reim zu machen, wenn es an Worten fehlt, um das Unglaubliche zu beschreiben. Wenn sich „Tugenden“ dem Auswärtigen nicht erschließen wollen, dann fehlt es auch zum Gedicht an Fantasie.„Wir können alles nur kein Hochdeutsch“ ein Clou der Werbeschaffenden. Eine gepflegte Lüge um Sympathien zu erheischen. Doch die Wirklichkeit präsentiert sich sogar gestandenen Art Director´s als Anthology schwäbischer Eigenheiten.

Kommunikation

„Stellt ihr bei Eich dahoim s’Auto au mitta uff Stroß?“ wurden wir von der Daimler fahrenden End60er Nachbarin begrüßt, als der Umzugswagen die 1,50 breite Straße versperrt hat. Mein Vermieter und neuer Mitbewohner, dessen Lieblingsspruch „wie bei den Türken „ beständig und drohend durch die biedere und wohlhabende Nachbarschaft schwebte, entzog sich gleich allen Kommentaren. Es war der Vorgeschmack auf die kommenden 6 Monate. Er oder besser ES sagte nämlich gar nichts. 24 Stunden am Tag lauschte ES andächtig „Frauentausch“, „mein neues Heim“ oder „Bauer sucht Frau“. Leider vergaß ES dabei vollkommen, dass sein Lärm geplagter Mitbewohner sich nichts sehnlichster wünschte, als 5 Minuten Ruhe am Tag. Ich wurde nämlich von rechts und links beschallt. Einerseits durch durch das böse Unterschichten-TV terrorisiert und von links dröhnte regelmäßiger Gayromeo-Alarm in Form einer Ente durch die unzulänglich isolierte Bude, direkt in mein Kämmerchen. Selbst Ohrstöpsel vermochten es nicht, dem Trommelfell das Getöse zu ersparen.
Fast wie Musik in den Ohren klang da, das gepresste Gekeuche, wenn der regelmäßig erscheinende heimlichhomosexuelle Vati aus dem Dorf zum Abspritzen vorbei kommen durfte. Als ES sich aber auch noch eine Mutti in Haus holte und aus Keuchen Quieken wurde, war die Zeit gekommen auszuziehen.

Unser neues Heim

Schließlich lockte unser neues Heim. Schwäbische Gemütlichkeit und höfliche Zuvorkommendheit prägten die Zusammenkünfte mit dem sympathischen Vermieter. Der Vertrag wurde unterschrieben, Extrawürste genehmigt und wir freuten uns auf Bad Canstatt.
Drei Wochen vor dem Einzug bekamen wir dann Post: „ …muss Ihnen leider mitteilen, dass Sie erst drei Wochen später einziehen können…“ „Da sind wir doch in Ägypten und eine Wohnung habe ich auch nicht mehr“ geht es mir noch durch den Kopf, als ich Ihn bat eine Lösung für das Problem zu finden. Diese Bitte, wurde mit der Kündigung beantwortet. „Guck wo d’bleibscht“ las ich in der Metaebene. Es ging ums Geld und möglichen Schadensersatz, sprich: der Spaß war vorbei. Und ich hatte mir eingebildet einen progressiven Häuslesbesitzer vor mir zu haben. Reinemachefrau und große Mülltonnen für alle sollte es eigentlich geben. Ein Hund in der Wohnung - kein Problem, keine Zeit für Kehrwochen – vollstes Verständnis, schwul au – super, Multikulti im Haus. Ein netter Herr, dessen wahres Gesicht sich erst zeigen sollte, als an seinen Geldbeutel ging.

Abfallwirtschaft

Und jetzt? Leben wir im drohenden Schatten Abfall durchwühlender Nachbarn. Peinlich wird darauf geachtet, wer was in die „Tonne rund“ und „Tonne flach“ einfüllt. Nicht gefaltet, dreckig, zu viel oder falsches Material - das ist zu viel für die arme Seele aus dem unteren Stockwerk. Sie zerrt den Unrat mit „Der woiß scho worum!“ aus der Mülltonne und schleudert ihn wutentbrannt in eine Ecke. „So lang bis es die do oba lernet“ faucht sie mich an und macht ihrer Erregung Luft. Meine Erschütterung kennt keine Grenzen mehr. Nur schwer gelingt es mir das Sicherheitsschloss an der privaten Mülltonne zu öffnen. Mich wundert, dass es noch keine Mülltonnen mit Nummerncode gibt. Vielleicht würde man hier einen Fingerabdruck gesteuerten Öffnungsmechanismus gut an den Mann bekommen. Eine gleichzeitige technische Anbindung an die Straftäterkartei in Wiesbaden, welche den fremden Daumen an der Tonne abgleicht und analysiert, wäre sicherlich ebenfalls willkommen. „Die Hand am Mülleimer“ würde dem Plastikflaschenterroristen bestimmt gleich abfallen. Kaum dass ich den Deckel meiner Tonne endlich geöffnet habe zischt es zwischen den Mülltonnen hervor: „He Sie, die Flascha do, könnet se au hier nei macha. Des koschtet net so viel.“ Nach meinem vergeblichen Versuch Müll ungetrennt verschwinden zu lassen, klärt sie mich darüber auf, wie hoch meine Müllrechnung werden wird. „Ond im nächschte Johr wir’s ja noch teurer!“ Ich schließe wieder ab und es gelingt mir zu entkommen. Ich weiß zum Glück nicht, ob sie Reiskörner im Treppenhaus verstreut, um zu sehen, ob die Kehrwoche auch eingehalten wurde. Ich bin Kehrwochenbefreit. Aber wehe ich rauche im Treppenhaus und wage es nach 20 Uhr die Eingangstür nicht abzuschließen. Immer zwei Mal. Warum erfindet niemand ein Schloss das sich 78 Mal umdrehen lässt? Die Schwaben würden es kaufen – Sicherheit geht vor.

Polizeistaat

Grad mal 5 Wolken waren am Himmel als wir mit Sonnenbrille über die schwäbischen Autobahnen hetzten. Durst plagte uns und die rettende Wasserflasche wanderte an unseren Mund, so lange bis wir mit Blaulicht zum stehen gezwungen werden. „Drogenkontrolle, wo fahren Sie hin?“ Ein Blick auf unsere Campingausstattung und den friedlich schlafenden Hund wecken Argwohn. Zählen Sie mal rückwärts von 20 an und dann machen Sie die Augen zu und fassen mit dem Zeigefinger auf die Nase“ wird befohlen. Misstrauisch wird die Szene am Autobahnrastplatz von zahlreichen Augenzeugen protokolliert. „OK – nehmen Sie den Becher und füllen Sie ihn bis zum Strich mit Urin“ lautet der nächste Befehl. Das Stäbchen im Körberwarmen Sud gibt nichts her. „Keine Drogen. Da haben Sie ja nochmals Glück gehabt. Wissen Sie, wir sind ja misstrauisch geworden als Sie mit Sonnenbrille und dazu noch Wasser trinkend gefahren sind. Und bei Drogenkonsumenten zittern immer die Augenlider – so wie bei Ihnen. Aber das kann auch Übermüdung sein.“ „Was Sie nicht alles wahrnehmen, wenn Sie ein Auto überholen“ ist meine Antwort und wir setzen uns wieder in den Wagen und fahren davon. Ungläubiges Staunen hängt selbst unserem Hund im Gesicht.

Schmutztoleranz

In Bad Canstatt wurden uns bei richtig siffigem Regenwetter heißes Putzwasser über die Füße gekippt, damit der Gehweg geschrubbt werden konnte. Nein, man schaute vorher nicht nach, ob da einer kommt. Man schüttet zuerst und schimpft dann „was einem einfallen würde...“ Als zwei Tage später ein Sturm aufkam, ließ es ein Anwohner irgendwo am Berg, es sich nicht nehmen, die umher fliegenden Blätter mit einem Besen im Kreis zu jagen. „Jo koin Dreck“. Drakonische Strafen werden hier übrigens auch für Graffitisprayer gefordert und wer den Hund auf den Gehweg scheißen lässt – zieht am besten gleich wieder weg – ach was, besser noch: er stirbt.


Schluss mit Lustig

Wir ziehen jetzt wieder aus und freuen uns auf die Großstadt mit ihren verwahrlosten Menschen, den dreckigen Hauseingängen und den Sperrmüllbergen, die von denen entsorgt werden, die gar nichts mehr haben und dankbar um jedes Drum sind. Ich freue mich auf laute Nachbarn, dem Nationalitätengewirr und einem herzlichen Grüß Gott , Guten Tag, Hola, Buon Giorno oder Hey, was geht ab.
Vermissen werden wir nur die Butterbrezel.
26.3.08 20:13


Erfahrungsbericht zum Umgang mit Suchmaschinen

Erfahrungsbericht zum Umgang mit Suchmaschinen


„69 ½ Millionen Treffer“ lautet die Antwort von Deutschlands beliebtester Suchmaschine „google“, wenn der geneigte User nach einer Suchmaschine für seine speziellen Recherche-Bedürfnissen sucht. So stecke auch ich prompt im nicht enden wollenden Daten-Dschungel des World Wide Web.
„Recherchieren Sie das Thema Suchmaschinen und schreiben Sie einen Bericht“ lautet die zunächst profan klingende Aufgabe unserer Dozentin. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob Sie uns tatsächlich etwas Gutes tun wollte. Wo fange ich an? Wo höre ich auf? Zwei Fragen die ich mir heute nicht zum ersten Mal stelle. Besonders dann, wenn ich inmitten von 69 ½ Millionen Treffern stecke.
Es scheint, dass der User zunächst mal lernen sollte, dass weniger manchmal mehr ist und seine Suche deshalb eingrenzen sollte. Also erinnere ich mich an die vielen Profis bei Wikipedia und lerne dort, dass „eine Suchmaschine ein Programm zur Recherche von Dokumenten die im World Wide Web gespeichert sind, ist. Was ich auch sehr schnell lerne ist, dass eine Suche nicht gleich eine Suche ist. Es gibt zum einen die horizontale Suche. Hierbei werden alle Dokumente gefunden, die mit der Suchanfrage in Verbindung stehen könnten. Das kann dann zu 69 ½ Millionen Treffern führen. Zum anderen gibt es die vertikale Suche, deren Ziel nur die wirklich relevanten Thementreffer sind. Frage ich allerdings die googelsche Horizontale nach der Vertikalen wirft die mir sofort wieder 30 800 Treffer an den Kopf. Also suche ich bei der Vertikalen Suchmaschine für wissenschaftliche Fragen www.scirus.com und tatsächlich reduziert sich das Ergebnis auf 765 Treffer. Vorsorglich weist mich die Suchmaschine darauf hin, dass die wirklich relevanten Daten gerade mal auf 28 Websites verteilt sind. Frohen Mutes klicke ich auf Nummer Eins von 28 und befinde mich sofort mitten im Thema:
„Studien zur Qualitätsmessung bei Suchmaschinen“. Mir schwant Böses und schnell erkenne ich, dass ich auch hier nicht weiter kommen werde. Also verlasse ich die Vertikale und kehre wieder zur Horizontalen zurück.
Ich beschließe das vor wenigen Stunden Gelernte zu nutzen und begebe mich auf die Seite www.suchfibel.de. Dort erfahre ich, dass ich auf über 2700 Suchmaschinen zurück greifen kann. Frage ich zum Gegencheck Google nach der Anzahl von existierenden Suchmaschinen, fordern mich 491 000 Treffer auf, sie anzuklicken. Doch keines der ersten 10 Dokumente beantwortet mir meine Frage.
„So komme ich auch nicht weiter“ denke ich mir und ich kehre zu Wikipedia zurück, das mir beibringt, dass ich mein Suchverhalten ändern muss. Entweder suche ich „navigationsorientiert“ nach Seiten, die ich bereits kenne – so wie ich das mit dem Aufruf von der suchfibel.de gemacht habe. Oder ich klicke wieder zu Google und suche „informationsorientiert“ und erhalte dadurch eine Vielzahl brauchbarer und nicht brauchbarer Quellen. Zu guter letzt könnte ich auch „Transaktionsorientiert“ arbeiten und mich auf Webseiten beschränken, mit denen ich gedenke zu arbeiten. „Habe ich gedenkt?“ rauscht es mir durch den Kopf, als ich Wikipedia spontan zur Rezitationsquelle degradierte? Vermutlich ja: „Mach schnell – Du willst heim“ war wohl der Gedanke. Also greife ich zu meinem mir heute morgen angeeigneten Trumpf unter den Lesezeichen und rufe www.metacrawler.de auf. Eine Suchmaschine, die viele Suchmaschinen bündelt. Ich gebe wieder „Suchmaschinen“ ein und bestaune das Ergebnis. Schlappe 190 Treffer sehe ich vor mir. Aber warum haben viele horizontale Suchmaschinen nur so wenige Treffer, wenn Google allein mit 69 ½ Millionen daher kommt? Ist Metacrawler nun Horizontal oder Vertikal? Ich schau also wieder bei Wikipedia und erfahre, dass Metacrawler Einzelergebnisse kombinieren aber die Qualität der Ergebnisse nicht immer sonderlich toll sind. Klasse – ich habe also wieder kein ordentliches Ergebnis gefunden und entscheide mich für die letzte denkbar Möglichkeit meiner Recherche: www.suchmaschine.de .
14 Sekunden später erfahre ich, dass die Eingabe von „Suchmaschine“ 10 Treffer ergibt. Punkt sechs der Liste verrät unter dem spannenden Namen www.klug-suchen.de, dass sich dort eine Suchmaschinen-Suchmaschine befindet. Spontan beschließe ich dem aufkommenden Wahnsinn ein Ende zu setzen. 800 Einträge listen 1591 Suchmaschinen auf. Ich habe jetzt die Nase voll. Ich bin mir ganz sicher, dass mir keiner der 69 ½ Millionen Treffer einer professionellen Horizontalen alles über Suchmaschinen verraten wird. Andere Suchmaschinen werden die Trefferquote unter- oder überbieten. Wieder andere erklären die Trefferinhalte für null und nichtig. Also beschließe ich ganz anders vorzugehen. Ich lade mir die Informations-Broschüre des Landes NRW über den richtigen Umgang mit Suchmaschinen unter http://www.lfm-nrw.de/downloads/ratgeber-suchmaschinen-sw.pdf runter. 12 Goldene Suchmaschinen-Regeln sollen dem User helfen. Unter Punkt Eins erfahre ich das Wichtigste überhaupt. Nicht nur eine Regel sondern das Fazit unserer Aufgabe für diesen Bericht und die Erfahrung vieler Jahre hoffnungsloser Suche:

Verlassen sie sich nicht auf eine Quelle!
27.2.08 14:11


Weekendsex - bald als Buch

....es ist soweit. Was einst nur mal der Text "Weekendsex" war, wurde mit der Zeit zu einem Buch. In kürze wird es in den Druck gehen und ich hoffe, dass es noch vor Ostern auf dem Markt erhältlich sein wird.

Ich werde Euch über den Stand der Dinge natürlich rechtzeitig und sofort informieren.

vielen Dank - vor allem den treuen Lesern und den vielen vielen Menschen, die hier tagtäglich meinen Blog an- oder durchlesen.

vielen Dank :-) !

Gruß
Herr Nilson
16.1.08 14:33


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